5:38 | 08.02.2012
ROUNDUP: Freizeitparks retten Walt Disney
BURBANK (dpa-AFX) – Die gut laufenden Freizeitparks und die wachsende Flotte
an Kreuzfahrtschiffen haben dem weltgrößten Unterhaltungskonzern Disney im
ersten Geschäftsquartal die Kasse gefüllt. In anderen Ecken des Reichs von
Mickey Maus und Donald Duck sah es dagegen trübe aus: Im Filmgeschäft fehlten
die Blockbuster des Vorjahreszeitraums, die Videospiele verloren Fans und auch
die Einnahmen aus der Fernsehwerbung gingen teils zurück.
Insgesamt konnte Disney seinen Umsatz von Oktober bis Dezember noch um 1
Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar steigern (8,1 Mrd Euro) – das ist aber kein
Vergleich zu dem rasanten Wachstum der Vorquartale. Dem Unterhaltungsriesen
gelang es jedoch, die Kosten deutlich zu drücken. So stieg der Gewinn um 12
Prozent auf unterm Strich 1,5 Milliarden Dollar. “Wir hatten einen guten Start
ins neue Geschäftsjahr”, erklärte Konzernchef Robert Iger am Dienstag.
Disney betreibt Freizeitparks und Hotelanlagen in den USA, Asien und auch
Europa. Der hiesige Ableger steht nahe Paris – und ist der Problemfall in der
eigentlich boomenden Sparte. Zwar seien mehr Gäste gekommen, gleichzeitig seien
jedoch die Lohnkosten gestiegen, was letztlich zu einem geringeren Gewinn
geführt habe, erläuterte der Konzern. Disney baut derzeit einen neuen
Freizeitpark nahe Schanghai.
Sehr beliebt war bei den Gästen auch das Reisen per Kreuzfahrtschiff. Der
Berichtszeitraum lag jedoch vor dem tragischen Unglück der “Costa Concordia”,
die am 13. Januar vor der italienischen Küste auf Grund lief. Mehrere Menschen
starben dabei, seitdem gingen die Buchungszahlen branchenweit zurück. Disney
betreibt momentan drei Luxusliner. Das vierte Schiff – die “Disney Fantasy” -
wird ab März im Einsatz sein. Sie stammt von der Meyer Werft in Papenburg.
Der Umsatz in der gesamten Sparte Freizeitparks und Kreuzfahrten stieg um 10
Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar, der operative Gewinn legte sogar fast doppelt
so stark zu. Damit ist der Bereich der zweitwichtigste nach dem Fernsehgeschäft.
Zu Disney gehören die Sender ABC und ESPN sowie die Disney-Familienprogramme.
Das Werbegeschäft entwickelte sich jedoch durchwachsen. Der Spartenumsatz stieg
noch um 3 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar.
Die Börsianer waren insgesamt nicht überzeugt von den Zahlen. Nachbörslich
fiel die Aktie um 1 Prozent. Das könnte ein schlechtes Omen für die Rivalen Time
Warner und die News Corp. von Medienmogul Rupert Murdoch sein, die
ihre Geschäftsergebnisse an diesem Mittwoch vorlegen./das/DP/zb
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