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9:31 | 03.08.2010
ROUNDUP: Fresenius nach Gewinnplus im ersten Halbjahr mit großer Zuversicht

BAD HOMBURG (dpa-AFX) – Der Medizinkonzern Fresenius hat in den
ersten sechs Monaten von den guten Geschäften der Töchter Kabi und Fresenius
Medical Care (FMC) profitiert und sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis
kräftig zugelegt. “Alle Unternehmensbereiche haben ausgezeichnete Ergebnisse
erzielt”, sagte Unternehmenschef Ulf Schneider am Dienstag laut Mitteilung.
“Dank der hervorragenden Entwicklung von APP Pharmaceuticals in Nordamerika hat
insbesondere Fresenius Kabi unsere Erwartungen deutlich übertroffen.” Fresenius
gehe nun mit “großer Zuversicht in das zweite Halbjahr”. Die Ende Juli nach
vorläufigen Zahlen bereits angehobene Gewinnprognose wurde erwartungsgemäß
bestätigt. So soll das Konzernergebnis im Gesamtjahr währungsbereinigt um 10 bis
15 Prozent steigen. Davor wurde ein Anstieg zwischen 7 und 9 Prozent in Aussicht
gestellt.

In den ersten sechs Monaten stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 14
Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, während sich der Umsatz um 11 Prozent auf 7,7
Milliarden Euro verbesserte, wie der Dax-Konzern am Firmensitz im hessischen Bad
Homburg mitteilte. Der um Sondereinflüsse in Zusammenhang mit der Übernahme des
US-Generikaherstellers APP Pharmaceuticals bereinigte Konzerngewinn kletterte in
den ersten sechs Monaten währungsbereinigt um 23 Prozent auf 302 Millionen Euro.
Die Sondereinflüsse mit eingerechnet sank der Überschuss von 274 Millionen Euro
in den ersten sechs Monaten 2009 auf 240 Millionen Euro. Die Produkteinführungen
in Nordamerika und eine höhere Nachfrage infolge von Lieferengpässen bei
Wettbewerbern wirkten sich positiv aus, wie der Arbeitgeber von fast 134.000
Mitarbeitern weiter mitteilte. 2008 hatte Fresenius APP zur Stärkung von Kabi
gekauft, wodurch die Verschuldung gestiegen war. Die Finanzverbindlichkeiten
lagen zuletzt bei 9,387 Milliarden Euro.

Fresenius Kabi ist spezialisiert auf Infusionstherapie, Generika sowie
klinische Ernährung. Fresenius konkretisierte den Kabi-Ausblick für die
EBIT-Marge und erwartet nun 18,5 bis 19 Prozent, nachdem bisher 18 bis 19
Prozent in Aussicht gestellt wurden. In den ersten sechs Monaten lag die
Umsatzrendite bei rund 20 Prozent. 2010 soll das organische Umsatzwachstum am
oberen Ende der bisherigen Spanne von 7 bis 9 Prozent liegen.

Fresenius-Titel gaben nach den jüngsten Kursgewinnen im frühen Handel um
0,16 Prozent auf 54,72 Euro nach. Erwartungsgemäß sei der zuletzt angehobene
Ausblick für das Konzernergebnis bestätigt worden, hieß es am Markt zur
Begründung.

AUSBLICK FÜR FMC WIRD BEKRÄFTIGT

Die größte Fresenius-Sparte, der ebenfalls im Dax notierte weltgrößte
Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) , konnte im zweiten
Quartal in den USA von höheren Zahlungen pro Patient profitieren. Der Gewinn
verbesserte sich um 12 Prozent auf 248 Millionen US-Dollar. FMC-Chef Ben Lipps
rechnet für das Geschäftsjahr 2010 unverändert mit einem Umsatz von mehr als 12
Milliarden Dollar. Das Konzernergebnis soll zwischen 950 und 980 Millionen
Dollar liegen. “Nach einem erfolgreichen Start ins Jahr 2010 haben wir auch im
zweiten Quartal sehr gute Ergebnisse erzielt”, so Lipps. FMC blicke mit
Zuversicht auf die ab 2011 geltende Pauschalvergütung von Dialysebehandlung
staatlicher versicherter Patienten in den USA. Auf die Bekanntgabe der Regelung
hatte die FMC-Aktie mit Kursgewinnen reagiert. “Das sind nicht die besten
Zahlen, die FMC jemals vorgelegt hat, aber es sind solide Zahlen”, kommentierte
ein Händler. Die Gewinnseite habe positiv überrascht, wogegen der Umsatz leicht
schwächer als erwartet ausgefallen sei.

Der 2005 von Fresenius übernommene Krankenhausbetreiber Helios bekräftigte
den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: Danach soll jeweils das obere Ende
der Prognose sowohl beim organischen Umsatzwachstum in der Spanne von 3 bis 5
Prozent, als auch beim EBIT in der Spanne von 220 bis 230 Millionen Euro
erreicht werden. 2009 hat Helios einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und ein
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 205 Millionen Euro ausgewiesen. In
den ersten sechs Monaten verbuchte die Sparte ein Umsatzplus von 5 Prozent auf
1,223 Milliarden Euro, während der Überschuss um 17 Prozent auf 62 Millionen
Euro wuchs.

Fresenius-Chef Schneider rechnet nach früheren Aussagen vor dem Hintergrund
der schwierigen Finanzsituation vieler Kommunen 2010 und 2011 mit weiteren
Zukaufsmöglichkeiten. Die großen Klinikketten Asklepios, Helios und der
Klinikbetreiber Rhön-Klinikum sowie Sana kontrollieren zusammen ein
gutes Zehntel des deutschen Krankenhausmarktes und halten nach Zukäufen
Ausschau.

In der kleinsten Sparte Fresenius Vamed habe sich der Auftragseingang mehr
als verdoppelt. Sowohl beim Umsatz wie auch beim EBIT-Wachstum werde 2010 das
obere Ende der Prognosespanne von 5 bis 10 Prozent erwartet./ep/nmu/stk


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