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13:20 | 29.07.2013
ROUNDUP: Geldvermögen der Deutschen klettert ungebremst weiter

FRANKFURT (dpa-AFX) – Trotz der Konjunkturflaute zu Jahresbeginn haben die
Deutschen ihr Geldvermögen erneut gesteigert. Zum Ende des ersten Quartals
kletterte das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren,
Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen auf den Rekordwert von
4.992 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Montag in Frankfurt
mitteilte. Das ist ein Zuwachs um 52 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent zum
Vorquartal. Immobilien oder Vermögensgegenstände wie Autos oder Kunst sind in
der Statistik nicht enthalten.

Etwas überraschend tilgten die Privathaushalte zudem trotz des historisch
niedrigen Zinsniveaus Kredite in Höhe von knapp vier Milliarden Euro.
Insbesondere Konsumentenkredite seien abgelöst worden. Die Verschuldung sank
nach den Angaben um 0,2 Prozent auf 1 564 Milliarden Euro. Das Nettogeldvermögen
stieg damit gegenüber dem Vorquartal um knapp 55 Milliarden Euro auf 3 428
Milliarden Euro. Die Verschuldungsquote, also der Anteil der Verbindlichkeiten
am Bruttoinlandsprodukt, sank um 0,2 Prozentpunkte auf 59,0 Prozent.

Kursgewinne an den Kapitalmärkten machten allerdings nur noch etwa ein
Zehntel des Vermögenszuwachses aus – nach fast einem Drittel im Börsen-Boomjahr
2012. Hingegen stiegen die Ansprüche gegenüber Versicherungen besonders stark um
22 Milliarden Euro.

Ebenfalls kräftig trugen Sichteinlagen einschließlich Bargeld mit 21
Milliarden Euro zur Geldvermögensbildung bei: Weil die Menschen in Deutschland
noch immer durch die Euro-Staatsschuldenkrise verunsichert sind, ziehen sie Geld
aus längerfristigen Termin- und Spareinlagen oder Sparbriefen ab – und parken es
stattdessen auf Giro- oder Tagesgeldkonten. “Die bereits in den vergangenen
Quartalen beobachtete Liquiditätspräferenz zeigte sich folglich weiterhin, im
Vergleich zur Vorperiode jedoch in abgeschwächter Form”, betonten die
Notenbanker. Denn im Schlussquartal 2012 waren sogar 36 Milliarden Euro in
Sichteinlagen einschließlich Bargeld geflossen.

Auf den Kapitalmärkten scheinen die Sorgen hingegen überwunden. So wurden im
Saldo Investmentzertifikate im Umfang von elf Milliarden Euro gekauft. Das ist
der kräftigste Zufluss seit Anfang 2003. Zudem kauften die privaten Haushalte im
ersten Quartal Aktien im Wert von gut drei Milliarden Euro – das war das erste
dicke Plus seit Ende 2011. Die Bundesbank vermutet: “Diese Entwicklung dürfte im
Zusammenhang mit den anhaltend negativen Realzinsen vieler Bankeinlagen stehen.”

In der Regel wächst das Geldvermögen der Deutschen stetig. Vor 20 Jahren
hatte es noch einen Wert von 2.002,3 Milliarden Euro, Anfang 2003 waren es
3.595,4 Milliarden Euro. Nur in einigen Krisen gab es Dellen wie zuletzt im
dritten Quartal 2011. Damals nagten die Turbulenzen an den Börsen am Wohlstand
der Aktionäre. Die Finanzkrise 2008/2009 ließ das Vermögen sogar über einen
längeren Zeitraum schrumpfen. Diese Verluste wurden aber längst wieder
aufgeholt./hqs/DP/jsl


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