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ROUNDUP: Griechische Regierung unterstreicht Sparwillen – Anleihe platziert
ATHEN (dpa-AFX) – Die griechische Regierung hat eine positive Bilanz ihrer
Sparanstrengungen gezogen und will internationale Glaubwürdigkeit zurück
gewinnen. Trotz aller Bemühungen verschlechterten sich die
Finanzierungsbedingungen für den hochverschuldeten Mittelmeerstaat erneut. Am
Mittwoch wollen nun internationale Experten Feinheiten des EU-Hilfspaketes
beraten.
“Es gibt bereits sehr positive Entwicklungen”, sagte der griechische
Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am Dienstag in einem TV-Interview.
“Unsere Steuereinnahmen sind um acht Prozent gestiegen. Die Staatsausgaben
wurden um zehn Prozent reduziert”. Griechenland hatte neben der Mehrwertsteuer
unter anderem auch die Abgaben auf Benzin und Tabak erhöht. Zugleich wurden
Gehälter gekürzt und für Beamte ein Einstellungsstopp verhängt. Der Minister zog
eine erste Bilanz der Regierungszeit der Sozialisten unter Ministerpräsident
Giorgos Papandreou seit dem Oktober bis heute.
‘ZUVERSICHTLICH’
“Wir sind zuversichtlich, dass wir bis Ende des Jahres unsere Ziele
erreichen werden”, unterstrich er erneut. Griechenland hat derzeit rund 300
Milliarden Euro Schulden und ist mit einem Staatsdefizit von gut 13 Prozent des
Bruttoinlandsprodukts (BIP) der größte Schuldensünder unter den 16 Euro-Staaten.
Ziel ist es, das Defizit noch in diesem Jahr auf 8,7 Prozent zu drücken.
Wegen des Chaos im europäischen Luftverkehr waren die Beratungen
internationaler Experten zum Hilfspaket für Griechenland auf den Mittwoch
verschoben worden. Delegationen der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und
des Internationalen Währungsfonds (IWF) wollen mit der griechischen Regierung
Details der Finanzierung des milliardenschweren Hilfspaketes verhandeln. Die
Euro-Länder wollen Athen notfalls mit bis zu 30 Milliarden Euro im ersten Jahr
unter die Arme greifen. Griechenland hat bisher kein Hilfsgesuch gestellt.
RISIKOAUFSCHLAG ERNEUT GESTIEGEN
An den Anleihemärkten stieg die Rendite für griechische Staatsanleihen mit
einer Laufzeit von zehn Jahren auf 7,81 Prozent. Der Risikoaufschlag zur
zehnjährigen deutschen Bundesanleihe lag in der Spitze bei 4,626 Prozentpunkten
und damit so hoch wie nie seit der Einführung des Euro im Jahr 1999.
Am Dienstag konnte Athen Geldmarktpapiere im Wert von 1,95 Milliarden Euro
an den Anleihenmärkten platzieren – 450 Millionen Euro mehr als geplant, teilte
die staatliche Schuldenagentur PDMA mit. Die Rendite galt allerdings mit 3,65
Prozent für Papiere mit einer Laufzeit von nur 13 Wochen als sehr hoch.
Das Bundesfinanzministerium stellte unterdessen klar, die Euro- Länder
würden an Griechenland im Notfall gemeinsam ein Kreditpaket vergeben und keine
Anleihen kaufen. Deutschland würde einen solchen Kredit mit Bundesgarantie über
die staatliche KfW vergeben. Ein möglicher Kauf griechischer Anleihen sei
hingegen vom Tisch./sl/jkr/tt/DP/js
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