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ROUNDUP: Heidelberger Druck verringert Verluste – Hält an Prognose fest
HEIDELBERG (dpa-AFX) – Der angeschlagene Druckmaschinen-Hersteller
Heidelberger Druck
verringert. Neben positiven Währungseffekten halfen vor allem die
Sparanstrengungen samt Stellenabbau dabei die roten Zahlen einzugrenzen. “Die
Markterholung hat sich im ersten Quartal fortgesetzt und den Aufwärtstrend bei
Auftragseingang und Umsatz unterstützt”, sagte Vorstandschef Bernhard Schreier
am Dienstag mit Blick auf die Zeit zwischen April und Juni. “Zusammen mit den
erreichten Kostensenkungsmaßnahmen haben wir daher den operativen Verlust
deutlich reduziert.”
Die Aktie verlor am Mittag knapp ein halbes Prozent und hielt sich damit
etwas besser als der MDax
dass der Vorstand trotz der guten Auftragseingangszahlen die Jahresprognose nur
bestätigt habe.
Der operative Verlust ohne Sonderkosten lag im ersten Quartal bei minus 35
Millionen Euro nach einem Verlust von 63 Millionen Euro vor einem Jahr. Unter
dem Strich stand noch ein Fehlbetrag von 52 Millionen Euro nach minus 69
Millionen Euro im Vorjahr. Die Jahresprognose bestätigte Schreier. Demnach
dürften die Umsätze moderat steigen. Bei stabiler Konjunkturentwicklung soll das
operative Ergebnis ausgeglichen sein. Unter dem Strich rechnet das Unternehmen
allerdings auch im laufenden Jahr mit einem Verlust. Hier fordern die Zinsen für
die laufenden Kredite ihren Tribut.
Erst kürzlich hatte Heideldruck grünes Licht von seinen Aktionären für eine
geplante 420 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung bekommen. Ein wichtiger
Schritt, damit das mit staatlichen Bürgschaften gestützte Unternehmen seine
Verschuldung und damit die Zinskosten verringern kann. Bis Ende Januar 2011 soll
die Kapitalerhöhung geschafft sein.
Im abgelaufenen Quartal konnte Heideldruck in allen Regionen mehr Aufträge
einsammeln. Besonders gut lief es in Asien, dort vor allem in China und in
Südamerika, wo Brasilien hervorstach. Aber auch im Heimatmarkt spürt Heidelberg
eine steigende Investitionsbereitschaft. Eher schleppend verläuft es hingegen
weiterhin in Nordamerika. Im klassischen Geschäft mit Druckmaschinen kamen
währungsbereinigt 57 Prozent mehr Aufträge herein. Operativ steckt das Geschäft
trotz der Einsparungen aber weiter in der Verlustzone. Das weniger
schwankungsanfällige Geschäft mit Service, zu dem auch Verbrauchsmaterialien wie
Farbe oder Ersatzteile gehören, wuchs bei allen Kennziffern, wenn auch nicht so
dynamisch.
Der Auftragseingang stieg im ersten Geschäftsquartal insgesamt um 43 Prozent
auf 768 Millionen Euro. Der Auftragsbestand markierte mit 810 Millionen Euro den
höchsten Wert seit eineinhalb Jahren. Der Umsatz lag mit 563 Millionen Euro um
9,5 Prozent über dem Vorjahr. Die beiden Kennzahlen hatte Heidelberger bereits
im Juli veröffentlicht.
Dem Unternehmen hatte die weltweite Rezession massiv zu schaffen gemacht,
Aufträge und Umsatz brachen ein. Seine Finanzierung sicherte sich Heidelberger
Druck mit Bankkrediten sowie öffentlichen Bürgschaften und verordnete sich einen
strikten Sparkurs und verteilte seine Geschäfte auf drei neue Sparten. Die Zahl
der Stellen sank weltweit um rund 4.000 auf etwa 16.500 bis Ende des
Geschäftsjahres 2009/10. Weitere 500 Arbeitsplätze sollen bis Ende Oktober
abgebaut werden./stb/she/tw
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