6:22 | 18.02.2010
ROUNDUP: Hewlett-Packard (HP) legt die Messlatte höher – Aktie steigt
PALO ALTO (dpa-AFX) – Keine Spur von Krise mehr: Der weltgrößte
Computerhersteller Hewlett-Packard ist gut im Geschäft. Die
starke Nachfrage nach neuer Hardware und Dienstleistungen trieb Umsatz und
Gewinn im ersten Geschäftsquartal (Ende Januar) derart, dass das Management die
Ziele für das Gesamtjahr anhob.
HP schlage sich besser als der Markt, sagte Konzernchef Mark Hurd am
Mittwoch im kalifornischen Palo Alto. “Wir sind die Nummer eins oder Nummer zwei
auf jedem wichtigen Feld.” Von November bis Januar setzte HP mit 31,2 Milliarden
Dollar rund 8 Prozent mehr um als vor einem Jahr. Der Gewinn stieg unterm Strich
sogar um 25 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar.
Das Kunststück gelang der Konzernführung durch eisernes Sparen und durch den
Ausbau des lukrativen Servicegeschäfts. HP hatte sich vor zwei Jahren den
Computer-Dienstleister EDS einverleibt. Tausende Stellen fielen dem
Zusammenschluss zum Opfer.
UMSATZPROGNOSE ERHÖHT
Im Gesamtjahr traut Konzernchef Hurd seinem Unternehmen nun einen Umsatz von
121,5 bis 122,5 Milliarden Dollar zu. Bislang hatte er 3,5 Milliarden Dollar
weniger veranschlagt. Das Ergebnis je Aktie soll bei 3,79 bis 3,86 Dollar
herauskommen statt bislang 3,65 bis 3,75 Dollar.
Darin eingerechnet ist noch nicht der jüngste Zukauf des
Netzwerk-Spezialisten 3Com, mit dem sich HP vor allem bei seinen Geschäftskunden
eine noch stärkere Stellung verspricht. HP macht den Großteil seines Geschäfts
mit Firmen. Neben Bürorechnern verkauft der Konzern leistungsstarke
Großcomputer, Speichersysteme, Drucker und Software.
AKTIE LEGT NACHBÖRSLICH ZU
Vor allem in Asien und Amerika berichtete Finanzchefin Cathie Leslak von
guten Verkäufen. Das Druckergeschäft sei so stark wie seit drei Jahren nicht
mehr gewachsen, führte sie aus. Mit einem Umsatz von 6,2 Milliarden Euro trägt
das einst größte Standbein nur noch ein Fünftel zum Gesamtumsatz bei, ist
allerdings hochprofitabel. In Europa verzeichnete HP nur ein schwaches Wachstum.
Die Börsianer waren zufrieden: Der Kurs stieg nach US-Börsenschluss um gut 1
Prozent. Dabei lagen die Erwartungen hoch: In den vergangenen Wochen hatten sich
bereits andere Technologie-Schwergewichte bärenstark präsentiert. IBM
profitierte von seinem starken Service-Standbein, Apple
von dem Erfolg seines iPhone-Handys und die Chiphersteller Advanced
Micro Devices (Advanced Micro Devices (Advanced Micro Devices (Advanced Micro
Devices (Advanced Micro Devices (AMD) )))) und Intel
von der sprunghaft angestiegenen Nachfrage nach Computern.
ZULETZT DEUTLICHES ABSATZPLUS
Das Geschäft mit Computern hat sich schnell von der Wirtschaftskrise erholt,
weil vor allem Firmen zu Investitionen gezwungen sind. Über Jahre hatten sie die
Anschaffung von neuen Geräten hinten angestellt. Der Trend hatte sich in der
Krise noch verstärkt. Es bestand auch lange kein Grund aufzurüsten, auf vielen
Rechnern läuft bis heute das im Jahr 2001 herausgekommene Betriebssystem Windows
XP. Der direkte Nachfolger Vista fiel bei den Kunden durch. Seitdem Microsoft
aber sein Windows 7 veröffentlicht hat, steigen die Firmen
um.
Nach Daten des Marktforschungs-Unternehmens Gartner war der PC-Absatz im
Weihnachtsquartal um satte 22,1 Prozent auf 90 Millionen Stück hochgeschnellt,
ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Bei den Privatkunden liegen sich vor
allem die günstigen Mini-Notebooks – die Netbooks – im Trend. Am Donnerstag nach
US-Börsenschluss legt HP-Erzrivale Dell seine Bilanz
vor./das/DP/zb
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