22:51 | 16.07.2009
ROUNDUP: IBM legt mitten in der Krise die Messlatte höher
NEW YORK (dpa-AFX) – Selbst die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten
kann den US-Computerkonzern IBM nicht bremsen. Zwar fiel der
Umsatz im zweiten Quartal, der Gewinn indes stieg über die Erwartungen. IBM
erhöhte daraufhin am Donnerstag seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr.
Konzernchef Sam Palmisano begründete die Stärke des Unternehmens mit dessen
Neuausrichtung. IBM geht immer mehr weg vom Hardware-Geschäft und setzt
stattdessen auf margenträchtige IT-Dienstleistungen. Nachbörslich stieg die
Aktie um 3 Prozent.
Von April bis Juni verdiente IBM unterm Strich insgesamt 3,1 Milliarden
Dollar nach 2,8 Milliarden vor einem Jahr. Erwartet hatten die Analysten dagegen
einen leichten Rückgang. Pro Aktie stieg der Gewinn von 1,97 auf 2,32 Dollar. Im
Gesamtjahr will das Unternehmen nun mindestens 9,70 Dollar je Anteilsschein
verdienen. Bislang hatte der Konzern 9,20 Dollar angepeilt, was bereits über dem
Vorjahreswert von 8,89 Dollar gelegen hätte.
SPARPROGRAMM GEGEN DIE KRISE
Bereits seit Jahren nimmt die Bedeutung des Hardware-Geschäfts für den
Konzern ab. So hatte IBM die Fertigung von Heimrechnern an die chinesische
Lenovo verkauft. Geblieben sind die Server-Rechner, wie sie in Firmen und für
den Datenverkehr im Internet eingesetzt werden. Bei Software und Beratung sind
die Margen allgemein höher als bei Computern und Zubehör. Unter anderem deshalb
war IBM auch nicht bereit, im jüngsten Bieterwettkampf um Sun Microsystems
nachzulegen, einen Hersteller von Hochleistungsrechnern.
Letztlich griff der Software-Konzern Oracle zu.
Beim Umsatz schlug die Wirtschaftskrise allerdings auch bei IBM durch. Er
fiel wie erwartet von 26,8 auf 23,3 Milliarden Dollar. Davon war auch das
wichtige Service- und Software-Geschäft betroffen. Gleichzeitig stiegen hier
aber die Margen. IBM hat ein konzernweites Sparprogramm aufgelegt, bei dem auch
Stellen wegfallen oder verlagert werden. “Wir sind gut auf Kurs, 2010 unser Ziel
eines Gewinns je Aktie von 10 bis 11 Dollar zu erreichen”, sagte Konzernchef
Palmisano.
GRADMESSER FÜR DIE BRANCHE
IBM gilt wegen seiner breiten Angebotspalette als wichtiger Gradmesser für
die gesamte IT-Branche. Ein weiteres Schwergewicht, der Prozessorenprimus Intel
, hatte zu Wochenbeginn bereits vergleichsweise gute Zahlen
vorgelegt und damit die Hoffnung auf eine rasche Erholung des gebeutelten
Technologiesektors geschürt./das
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