AGENTURMELDUNGEN

20:35 | 12.02.2008
ROUNDUP: IG Metall lehnt Arbeitgeberangebot ab und plant weitere Warnstreiks

GELSENKIRCHEN (dpa-AFX) – Im Tarifkonflikt der westdeutschen Stahlindustrie
hat die IG Metall in der dritten Verhandlungsrunde ein erstes Angebot der
Arbeitgeber abgelehnt und weitere Warnstreiks angekündigt. “Wir werden jetzt
massiv nachlegen”, sagte Gewerkschaftssprecher Marc Schlette am Dienstag in
Gelsenkirchen. Die Arbeitgeber hatten angeboten, die Löhne für die Beschäftigten
und die Auszubildenden um 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 16 Monaten
anzuheben. Eine Einmalzahlung soll es nicht geben.

In den vergangenen elf Tagen hatte es bereits zahlreiche Warnstreiks
gegeben, an denen sich rund 16.000 Beschäftigte beteiligt hatten. Bereits am
Donnerstag soll es nun zu weiteren befristeten Arbeitsniederlegungen kommen.

“Das Angebot ist in der Höhe viel zu niedrig, in der Laufzeit deutlich zu
lang und damit in der Gänze inakzeptabel. So provozieren die Arbeitgeber nur
weitere massive Warnstreiks”, sagte IG-Metall- Verhandlungsführer Oliver
Burkhard laut einer Mitteilung.

Die Gewerkschaft fordert für die 85.000 Beschäftigten in
Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen acht Prozent mehr Lohn bei einer
Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden soll es 100 Euro mehr im
Monat geben. Außerdem werden kürzere Arbeitszeiten für ältere Beschäftigte
gefordert.

“Die angebotene Tariferhöhung liegt am oberen Rand der aktuellen
Tariflandschaft und des Korridors, den die Wirtschaftsforschungsinstitute
gesamtwirtschaftlich als vertretbar ansehen”, sagte dagegen
Arbeitgeber-Verhandlungsführer Helmut Koch. Eine generelle Arbeitszeitverkürzung
für Ältere lehnten die Arbeitgeber außerdem ab. Man sei aber bereit, über eine
Weiterentwicklung des Tarifvertrages mit Rücksicht auf den demografischen Wandel
zu verhandeln, sagte Koch. Zur Ankündigung weiterer Aktionen meinte der
Arbeitgebervertreter: “Massive Warnstreiks führen auch nicht zu einer Lösung der
anstehenden Fragen.”

Die IG Metall will am Mittwoch im westfälischen Sprockhövel über weitere
Maßnahmen beraten. Die vierte Verhandlungsrunde soll am kommenden Dienstag (19.
Februar) in Ratingen stattfinden. /tob/DP/sb


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