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14:40 | 15.07.2010
ROUNDUP: JP Morgan legt die Messlatte hoch

NEW YORK (dpa-AFX) – Die führende US-Großbank JP Morgan hat zum Auftakt der
Bilanzsaison erneut Maßstäbe gesetzt. Der Finanzkonzern verdiente im zweiten
Quartal deutlich mehr als erwartet. Der Gewinn lag unterm Strich bei 4,8
Milliarden US-Dollar (3,8 Mrd Euro), wie JP Morgan am Donnerstag in New York
mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Institut 2,7 Milliarden Dollar
eingenommen.

Das Institut habe unter anderem davon profitiert, dass die Risikovorsorge
für Kreditausfälle zurückgefahren worden sei, sagte Bankchef Jamie Dimon.
Gleichwohl gab er noch keine Entwarnung: Die Abschreibungen und Zahlungsausfälle
bei den Konsumentenkrediten gingen zwar zurück, blieben aber auf hohem Niveau.
Es sei noch zu früh zu sagen, wie die Erholung weitergehe.

Die Börsianer waren zufrieden – sie hatten mit deutlich weniger Gewinn
gerechnet. Die Aktie legte vorbörslich rund ein Prozent zu. Allerdings gab es
auch einen Wermutstropfen: Die Erträge gingen von 27,7 Milliarden auf 25,6
Milliarden Dollar zurück. Vor allem das Investmentbanking lief schlechter als im
Vorjahreszeitraum. Damals hatten die Unternehmensfinanzierungen geboomt. Viele
Firmen bekamen keinen Kredit mehr, sondern mussten stattdessen Anleihen
auflegen, JP Morgan strich satte Provisionen ein. Zudem lief nun der Handel mit
Anleihen und auch Rohstoffen schleppender.

JP Morgan gehört zu den Gewinnern der Finanzkrise. Während anderen
Instituten reihenweise das Geld ausging, schrieb der weit verzweigte Konzern
weiter unbeirrt Gewinne. Er übernahm die angeschlagene Investmentbank Bear
Stearns genauso sowie die zusammengebrochene US- Sparkasse Washington Mutual.

Inzwischen ist JP Morgan die unangefochtene Nummer eins an der Wall Street
mit einem starken Standbein sowohl im Investmentbanking als auch im
Privatkunden-Geschäft. Das Institut eröffnete die Bilanzsaison in der Branche.
Am Freitag ziehen die Bank of America und die Citigroup
nach, in der kommenden Woche folgt unter anderem Goldman Sachs
.

Die US-Banken fürchten eine härtere Gangart der Regulierungsbehörden. Die
umfassende Finanzreform von Präsident Barack Obama ist auf dem Weg. Der Senat
stimmt (am heutigen) Donnerstag über das Paket ab. Geplant ist unter anderem
eine verschärfte Kontrolle der Banken.

JP-Morgan-Chef Dimon mahnte, die Wettbewerbsfähigkeit des US- Finanzsystems
müsse gewahrt bleiben. Es blieben noch viele Unsicherheiten, die zu ungewollten
Folgen für Kunden, Märkte und das Geschäft der Banken führen könnten./ang/das/fn


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