8:34 | 10.03.2011
ROUNDUP: K+S erhöht nach Gewinnsprung 2010 Umsatzprognose für laufendes Jahr
KASSEL (dpa-AFX) – Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat
getrieben durch eine Nachfrageerholung bei Düngemitteln und ein sehr starkes
Salzgeschäft Umsatz und Gewinn 2010 kräftig gesteigert. Auch für das laufende
Jahr zeigte sich der Konzern etwas optimistischer und hob die Umsatzprognose
leicht an. Angesichts der sich zum Jahresende und im Laufe des ersten Quartals
abzeichnenden positiven Nachfrage- und Preistendenzen dürfte der Umsatz 2011
“spürbar” ansteigen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Kassel
mit. Bisher war ein moderater Anstieg erwartet worden. 2010 schnellte der Umsatz
um knapp 40 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro in die Höhe, während sich das
operative Ergebnis mit 727 (Vorjahr: 238) Millionen Euro verdreifachte. Den
Aktionären winkt eine auf 1,00 (0,20) Euro erhöhte Dividende.
“Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch 2011 ein gutes Jahr für die K+S
Gruppe wird”, sagte Konzernchef Norbert Steiner laut Mitteilung. Die weltweite
Düngemittelnachfrage dürfte weiter steigen und im Salzgeschäft sei nach dem
Spitzenjahr 2010 von einem insgesamt stabilen Geschäftsvolumen auf hohem Niveau
auszugehen. Er stellt für 2011 mit rund 7,0 Tonnen ein stabiles
Kali-Absatzvolumen in Aussicht. Der Festsalzabsatz dürfte bei 22 bis 23 (2010:
22,5) Millionen Tonnen liegen. Er geht dabei von anhaltend attraktiven
Agrarpreisen aus. Die Aktien legten vorbörslich um 0,65 Prozent auf 55,61 Euro
zu. Händler und Analysten zeigten sich in ersten Reaktionen von der Bilanz und
auch vom Ausblick positiv überrascht.
STARKES AUFTAUSALZGESCHÄFT IN EUROPA
Das operative Ergebnis und der bereinigte Gewinn nach Steuern dürften 2011
deutlich steigen, bekräftigte Steiner. Dies hänge in erster Linie mit dem zu
erwartenden deutlich höheren Ergebnis bei Kali- und Magnesiumprodukten sowie
einer moderaten (bisher: spürbaren) Verbesserung des operativen Ergebnisses bei
Stickstoffdüngemitteln zusammen. Das operative Salzergebnis dürfte hingegen
moderat (bisher: deutlich) zurückgehen.
K+S blicke auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück, hieß es. Eine
deutliche Erholung der Düngemittelnachfrage und ein sehr starkes Salzgeschäft
auch wegen der erstmaligen ganzjährigen Einbeziehung von Morton Salt sorgte 2010
für einen Umsatz- und Gewinnsprung. Im Krisenjahr 2009 hatten sich viele
Landwirte wegen sinkender Preise für Agrarprodukte mit Düngemitteln stark
zurückgehalten. Entsprechend war der Absatz bei kräftig sinkenden Preisen
eingebrochen. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder deutlich verbessert.
ZURÜCKHALTUNG DER LANDWIRTE VERFLOGEN
Der in der zweiten Jahreshälfte 2010 einsetzende starke Anstieg der
internationalen Getreidepreise und die damit einhergehende verbesserte
Einkommenssituation der Landwirte habe die sich in der ersten Jahreshälfte
erholende Düngemittelnachfrage zusätzlich begünstigt, hieß es. Das operative
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und vor Bewertungsveränderungen von Derivaten
(insbesondere zur Absicherung von Wechselkursrisiken) (EBIT I) verdreifachte
sich. Der Gewinn schnellte auf 449 (96) Millionen Euro in die Höhe.
Dabei profitierten die Kasseler auch von einer hohen Streusalznachfrage in
Europa. Der außergewöhnliche starke und flächendeckende Winter in Europa habe
vor allem im ersten und vierten Quartal 2010 zu einer enormen Nachfrage geführt.
Während der langfristige Durchschnitt und damit das Absatzbudget für die
europäische K+S-Salztochter esco bei knapp zwei Millionen Tonnen Streusalz
liege, sei 2010 allein hier mehr als das Doppelte verkauft worden. Das
Auftausalzgeschäft in Nordamerika sei 2010 hingegen etwas hinter dem
langfristigen Durchschnitt zurückgeblieben./jha/ksb/wiz
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