8:57 | 30.03.2010
ROUNDUP: Manz schafft Trendwende – 2010 wieder Gewinn und Wachstum angepeilt
REUTLINGEN (dpa-AFX) – Der auf die LCD- und Solarindustrie spezialisierte
Maschinenbauer Manz hat im vierten Quartal 2009 den negativen Trend
gebrochen. Das Unternehmen erwirtschaftete mit 0,5 Millionen Euro erstmals seit
drei verlustreichen Quartalen wieder einen Gewinn, wie die im TecDax
notierte Gesellschaft am Dienstag in Reutlingen mitteilte. Im Gesamtjahr mussten
die Schwaben allerdings einen Verlust von 11 Millionen Euro hinnehmen, 2008
hatten sie noch 21,2 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet. Der Umsatz brach
2009 um fast zwei Drittel auf 85,9 Millionen Euro ein. Operativ (EBIT) erzielte
Manz einen Verlust von 15,9 Millionen Euro. Der Umsatz lag etwas über den
Erwartungen von Analysten, die Profitabilität war schwächer.
Das positive vierte Quartal, in dem Manz gut 45 Prozent seines gesamten
Jahresumsatzes machte, sowie ein wieder anziehender Auftragseingang geben dem
Unternehmen für 2010 neuen Mut. Der Vorstand stellte wieder einen operativen
Gewinn in Aussicht. Der Umsatz soll nach dem Einbruch im vergangenen Jahr im
hohen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Vorbörslich legte die Aktie leicht
zu.
BESTELLUNGEN ZIEHEN WIEDER AN
Nachdem über weite Strecken des vergangenen Jahres praktisch keine Aufträge
mehr eingingen, entspannt sich die Lage inzwischen. Allein seit Mitte Dezember
sammelten die Schwaben Bestellungen über 40 Millionen Euro ein. Der Orderbestand
lag Ende Februar bei 70 Millionen Euro. Ein Großteil davon soll sich bereits in
diesem Jahr auf die Ergebnisse auswirken. Zudem liefen weitere Verhandlungen
über lukrative Aufträge, hieß es. Die Kurzarbeit ist inzwischen ausgelaufen, die
Auslastung in allen Geschäftsbereichen bezeichnete das Unternehmen als gut.
Auch Konkurrent Centrotherm und Manz-Partner Roth & Rau
hatten in den vergangenen Wochen deutliche Umsatzrückgänge für das vergangenen
Jahr gemeldet. Beide Unternehmen konnten sich aber in der Gewinnzone halten. Die
Solarzulieferer hatten die Krise der Photovoltaik-Branche deutlich zu spüren
bekommen. Wegen der unsicheren Lage und des heftigen Preisverfalls verschoben
viele Kunden Investitionen in neue Anlagen.
GUTE FINANZLAGE
Finanziell ist Manz für weiteres Wachstum komfortabel ausgestattet. Es
verfügt über liquide Mittel von 79 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt
bei 78 Prozent. Zudem hat Manz auch noch bislang nicht beanspruchte
Kreditlinien. Auch technologisch sieht sich die Gesellschaft gut aufgestellt.
Weil in der Krise nicht an Forschungs- und Entwicklungsausgaben gespart wurde,
sieht sich Manz nun in der Lage, mit seinen Maschinen zum “Innovationsmotor” für
die Solarbranche zu werden./nl/nmu/wiz
|