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10:18 | 21.10.2008
ROUNDUP: Paris gibt Banken 10,5 Milliarden Kapital – Gegenleistung Kredite

(Neu: Bankenreaktion)

PARIS (dpa-AFX) – Frankreich stärkt seine Großbanken und Sparkassen bis zum
Jahresende mit 10,5 Milliarden Euro Eigenkapital. Für 2009 würden weitere 10,5
Milliarden bereitgestellt, erklärte Wirtschaftsministerin Christine Lagarde am
späten Montagabend in Paris. Als Gegenleistung müssen die Kreditinstitute ihre
Ausleihungen an Bürger und Unternehmen um drei bis vier Prozent erhöhen und auf
“Goldene Handschläge” und andere unangemessene Managerentlohnungen verzichten.
Das wird von den Präfekten monatlich überprüft.

Anders als in Großbritannien oder den USA übernimmt der Staat keine
Kapitalbeteiligungen. Stattdessen zeichnet die Gesellschaft für
Staatsbeteiligungen SPPE Hybridanleihen der Banken mit fünf Jahren Laufzeit. Sie
muss dafür Kredite aufnehmen, kassiert aber gute Zinsen auf die Anleihen. Große
Privatbanken, aber auch Sparkassen profitieren von dem Aktionspaket gegen die
Finanzkrise. Eine Diskussion wie in Deutschland, an der sich einige Banken wie
die Deutsche Bank ausdrücklich von einer Inanspruchnahme des Rettungspakets
distanzieren, kommt dadurch nicht auf.

Die Kapitalspritze in Frankreich soll vermeiden, dass “gesunde” französische
Banken auf dem Geldmarkt einen Wettbewerbsnachteil gegen angeschlagene
angelsächsische Institute haben, die dank der Staatsbeteiligung eine höhere
Eigenkapitalquote und Kreditwürdigkeit aufweisen. “Die Banken brauchen
(eigentlich) kein Eigenkapital”, sagte der französische Notenbankchef Christian
Noyer.

BNP PARIBAS

Die Großbank BNP Paribas betonte am Dienstag, die
Maßnahme solle nur das Mindestniveau des Kernkapitals erhöhen. Der Staat werde
nicht Aktionär, habe keine Stimmrechte und auch keinen Einfluss auf die
Unternehmensführung oder die Dividendenpolitik. Die BNP Paribas wird über die
Hybridanleihen 2,55 Milliarden Euro aufnehmen. Die Crédit Agricole nimmt drei
Milliarden auf, die Societe Generale 1,7 Milliarden und die
Sparkassen 1,1 Milliarden Euro. Paris ist bereit, bis zu 40 Milliarden Euro
Eigenkapitalhilfen zu geben.

Die staatliche Interventionsbank CDC wird zudem fünf Milliarden Euro für
Kredite an die Gemeinden bereitstellen, davon die Hälfte direkt. Damit sollen
öffentliche Investitionen gesichert werden. Einige Gemeinden sind in der
Finanzklemme, weil sie sich auf hoch riskante “exotische” Finanzierungen
eingelassen haben. Außerdem musste der Gemeindefinanzierer Dexia
kürzlich von Belgien und Frankreich mit Milliardenspritzen gerettet
werden./hn/DP/sk


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