8:17 | 26.01.2009
ROUNDUP: Philips macht Milliardenverlust – Wirtschaftsflaute trifft doppelt
AMSTERDAM (dpa-AFX) – Der niederländische Elektronikkonzern Philips
ist gegen Ende des Jahres schwer von der Wirtschaftsflaute
erwischt worden. Das Geschäft ging zurück, hohe Abschreibungen auf Firmenwerte
und -anteile drückten das Unternehmen im Schlussquartal tief in die roten
Zahlen. Unterm Strich lief ein Verlust von 1,470 Milliarden Euro auf, wie
Philips am Montag in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das
Unternehmen noch 1,398 Milliarden Euro verdient, was aber wiederum im
Wesentlichen durch Anteilsverkäufe gelungen war. Angesichts der “beispiellosen
Geschwindigkeit und Heftigkeit”, mit der sich die Wirtschaft abgeschwächt habe,
werde Philips keinen näheren Ausblick auf 2009 geben, sagte Konzernchef Gerard
Kleisterlee.
Von Oktober bis Dezember war der Umsatz von 8,365 auf 7,623 Milliarden Euro
zurückgegangen. Die Konsumelektronik brach ein, aber auch Teile des
Lichtgeschäfts litten. Letztgenannte Sparte liefert unter anderem die
Autoindustrie zu, deren Verkäufe zum Jahresende drastisch zurückgegangen waren.
Die Medizintechnik konnte dagegen ihren Umsatz um fast ein Drittel steigern, was
mit an den jüngsten Zukäufen lag.
PHILIPS HÄLT DAS GELD ZUSAMMEN
Die Krise meistern will Philips nun mit strikter Kostendisziplin. Durch die
laufenden Sparprogramme und den Umbau des Unternehmens sollen rund 400 Millionen
Euro pro Jahr mehr in der Kasse übrig bleiben. Ab der zweiten Jahreshälfte soll
die Initiative greifen. Bislang waren dagegen eher Kosten aufgelaufen. So wurde
das Quartalsergebnis in nahezu gleicher Höhe geschmälert wie der anvisierte
jährliche Sparerfolg.
Kleisterlee baut den Konzern seit Monaten um. Er hat Philips auf die drei
Säulen Konsumeletronik, Lichttechnik und Medizintechnik gestellt und sich von
Randgeschäften getrennt. Grundsätzlich will er sich auf höhermargige Produkte
konzentrieren. Deshalb hat er neben dem Geschäft mit Fernsehgeräten in
Nordamerika auch die Computermonitor-Herstellung abgestoßen. Angesichts der
Flaute musste er aber erst im Dezember sein Ziel aufgegeben, den Gewinn bis 2010
zu verdoppeln. Zudem hatte Kleisterlee bereits vor den milliardenschweren
Abschreibungen im vierten Quartal gewarnt.
AKTIENRÜCKKAUF WIRD GESTOPPT
Der Aktienrückkauf wird vorerst gestoppt. Es gebe wenig Raum für Optimismus,
begründete das Unternehmen die Maßnahme. Bereits vor drei Monaten hatte das
Management den Rückkauf verlangsamt. Allerdings ist schon mehr als die Hälfte
des 5 Milliarden Euro schweren Programms abgearbeitet. Die Dividende für das
abgelaufene Jahr wird dagegen stabil bei 0,70 Euro gehalten.
Auch die Philips-Rivalen leiden unter der Wirtschaftskrise: Siemens
hat unter anderem Probleme in seinem Beleuchtungsgeschäft (Osram) und
berichtete über ein schwierigeres Marktumfeld in der Medizintechnik. Das
Unternehmen legt am Dienstag die Zahlen für Oktober bis Dezember vor. General
Electric aus den USA musste am Freitag einen Gewinneinbruch
vermelden./das/tw
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