AGENTURMELDUNGEN

12:38 | 12.03.2010
ROUNDUP: Ratiopharm übertrifft Erwartungen – Gute Aussichten für 2010

ULM (dpa-AFX) – Der zum Verkauf stehende Generikahersteller Ratiopharm ist
im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz des Kostendrucks im Gesundheitswesen von
Gewinneinbrüchen verschont geblieben. Die Erwartungen für 2009 seien übertroffen
worden. Der Umsatz liege mit 1,6 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, während
das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 307 Millionen
Euro und damit über Vorjahr und Plan gestiegen sei, teilte das Unternehmen am
Freitag am Firmensitz in Ulm mit. Vor allem das internationale Geschäft, das auf
über 50 Prozent des Gesamtumsatzes gestiegen sei, habe zu dem sehr guten
Jahresergebnis beigetragen. Gleichzeitig habe sich das Geschäft im deutschen
Markt besser entwickelt als erwartet.

Für 2010 zeigte sich Ratiopharm optimistisch: Im laufenden Jahr rechnet die
Ratiopharm-Gruppe in Deutschland vor allem aufgrund der sehr guten Abdeckung bei
den Rabattverträgen der Gesetzlichen Krankenversicherungen mit einer Steigerung
der Marktanteile. Ratiopharm ist, nach der zum Schweizer Pharmakonzern Novartis
gehörenden Sandoz/Hexal/1A-Pharma-Gruppe (geschätzter Marktanteil 35 Prozent)
die Nummer zwei mit rund 23 Prozent Marktanteil im deutschen Generikamarkt. Bis
2014 erwartet die 1973 gegründete Ratiopharm nach früheren Angaben einen
jährlichen Umsatzanstieg von durchschnittlich acht Prozent auf 2,4 Milliarden
Euro. Der operative Gewinn soll im gleichen Zeitraum auf 530 Millionen Euro
klettern, was einem durchschnittlichen Anstieg von 20 Prozent entspricht.

Dass das Unternehmen operativ sehr gut aufgestellt sei, zeige auch das im
Verlauf des Bieterprozesses ständig gestiegene Interesse der Investoren. Die
Bieter der letzten Runde hätten in ihren Präsentationen übereinstimmend die
Stärken der Ratiopharm Gruppe hervorgehoben. Ratiopharm-Chef Oliver Windholz hat
in den vergangenen Monaten unter dem Titel “Projekt ONE” unter anderem den
Einkauf gebündelt, die Lagerbestände verringert, eine Fertigung in Holland
geschlossen und die Organisationsstrukturen bei ausländischen
Tochtergesellschaften vereinheitlicht. Dabei wurden weltweit 600 Stellen
abgebaut, 200 davon in Deutschland.

Der Ulmer Generikahersteller soll noch im ersten Quartal verkauft werden.
Eine Vorentscheidung könnte bis zum 19. März fallen. Dann sollen mit dem
israelischen Generikahersteller Teva Pharmaceuticals , dem
weltgrößten Pharmakonzern Pfizer und der isländischen
Actavis die drei verbliebenen Bieter eine vollständig durchfinanzierte und
endgültige Offerte für die Nummer zwei auf dem deutschen Generikamarkt abgeben.
Zuletzt lagen die Gebote bei um die 3 Milliarden Euro./ep/gr/wiz


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