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12:18 | 08.03.2018
ROUNDUP: Stada streicht für Umbau die Dividende zusammen

BAD VILBEL/FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach der milliardenschweren Übernahme durch Finanzinvestoren streicht der Arzneimittelhersteller Stada die Dividende für seine Aktionäre zusammen. Um im Wettbewerb mithalten zu können, müsse mehr in Forschung, neue Produkte sowie in die Erschließung neuer Märkte investiert werden, erklärte das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt. Gleichzeitig müssten Produktion und Verwaltung kostengünstiger werden.

Verzichten müssen zunächst die noch verbliebenen Aktionäre: Die Dividende für 2017 soll auf 11 Cent je Aktie fallen – weniger als ein Sechstel als im Vorjahr (72 Cent). Mit dem übrigen Gewinn von 54 Millionen Euro soll das Kapitalpolster gestärkt werden.

Vorstandschef Claudio Albrecht kündigte höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung an, die künftig 8 Prozent statt bislang 6 Prozent des Umsatzes betragen sollen. “Uns fehlen Produkte, die schwer nachzumachen sind”, sagte der scheidende Vorstandschef. Man werde sich künftig stärker auf Spezialpharmazeutika unter anderem gegen Krebs und Diabetes, zur Schmerzbehandlung und in der Augenheilkunde konzentrieren.

“Stada ist heute kein globaler Player. Uns fehlen noch viele Märkte, unter anderem in den dynamischen Schwellenländern”, betonte Albrecht. In den USA werde man sich auf hochpreisige Produkte konzentrieren und nicht in das Massengeschäft weit verbreiteter Nachahmer-Medikamente (Generika) einsteigen. Stada habe das Potenzial, in Europa eine starke Nummer 3 und weltweit eine starke Nummer 5 unter den Generika-Herstellern zu werden.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der Grippostad-Hersteller den Umsatz mit rezeptfreien Markenprodukten und Nachahmerarzneien steigern. Der Erlös stieg um 8 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Euro. Vor allem Nachahmermedikamente in Belgien, Italien und Serbien verkauften sich ebenso wie Markenprodukte in Russland gut. Der Gewinn sank um 1 Prozent auf 85,3 Millionen Euro. Die Transaktionskosten bezifferte Stada-Finanzchef Mark Keatley auf 45 Millionen Euro. Dazu komme noch ein Aufwand von mehr als 10 Millionen Euro für Abfindungen an frühere Vorstände.

Der Stammsitz in Bad Vilbel bei Frankfurt könnte von der angestrebten Zentralisierung des Unternehmens profitieren, sagte Albrecht. Wegen der gleichzeitig notwendigen Sparmaßnahmen rechne er in Bad Vilbel mit einer neutralen oder leichten reduzierten Personalentwicklung.

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven hatten den MDax -Konzern im vergangenen Sommer für 5,3 Milliarden Euro übernommen. Interims-Chef Albrecht soll den Chefsessel zum September planmäßig zugunsten des vom Konkurrenten Sandoz kommenden Manager Peter Goldschmidt räumen./ceb/als/DP/jha


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