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18:03 | 22.02.2012
ROUNDUP: Tarifverhandlungen für Metall-Zeitarbeiter vertagt

DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Erste Verhandlungen der IG Metall über eine bessere
Bezahlung für Hunderttausende Leiharbeiter in der deutschen Metall- und
Elektroindustrie sind am Mittwoch ergebnislos geendet. “Da liegt noch ein ganzer
Berg von Problemfeldern vor uns, bis wir unserem Ziel gleicher Bezahlung näher
kommen”, sagte IG Metall-Verhandlungsführerin Helga Schwitzer nach der ersten
Tarifrunde in Düsseldorf der Nachrichtenagentur dpa. Die Gewerkschaft fordert,
die Löhne der Leiharbeiter über Branchenzuschläge an die der Stammbelegschaften
anzupassen.

“Überzogene Lohnforderungen würden unserer Branche einen wesentlichen
Dämpfer verpassen und eine tiefe Bremsspur am Arbeitsmarkt hinterlassen”, sagte
dagegen Thomas Bäumer, Verhandlungsführer der Arbeitgeberverbände. Am 20. März
soll weiterverhandelt werden.

Nach Angaben der Gewerkschaft verdient ein Leiharbeiter in einer Metall-
oder Elektrofirma im Durchschnitt rund 40 Prozent weniger als sein fest
angestellter Kollege. Die zumeist jungen Beschäftigten in der Zeitarbeit werden
nach Ansicht der Gewerkschaft immer häufiger dazu missbraucht,
Stammarbeitsplätze zu ersetzen.

Dagegen hob Arbeitgeber-Vertreter Bäumer hervor: “Die Zeitarbeit hat
Langzeitarbeitslose und Menschen mit Vermittlungshemmnissen zurück in den
Arbeitsmarkt geführt. Diese Brücke darf nicht mit hohen Branchenzuschlägen zu
einem zu frühen Zeitpunkt zerstört werden.” Bäumer vertritt den
Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und den
Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen in den Tarifverhandlungen.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall in Berlin warnte am Rande der
Verhandlungen davor, dass Branchenzuschläge nicht ohne einen gleichzeitigen
Abbau von Arbeitsplätzen umsetzbar seien. “Für weite Bereiche der Metall- und
Elektroindustrie wird Zeitarbeit dadurch einfach zu teuer”, erklärte
Verbandspräsident Martin Kannegiesser.

Dem Verband zufolge sind in der deutschen Metall- und Elektroindustrie
derzeit 185.000 Zeitarbeiter beschäftigt. Die IG Metall sprach am Mittwoch sogar
von rund 300.000 Leiharbeitern./wbj/DP/jha


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