16:21 | 19.06.2008
ROUNDUP: Tarifverhandlungen für private Banken ergebnislos vertagt
BERLIN (dpa-AFX) – Die Tarifverhandlungen für die privaten und öffentlichen
Banken sind nach der ersten Runde ergebnislos auf den 1. Juli vertagt worden.
“Die Arbeitgeber müssen umdenken, sonst wird das ein knüppelharter
Tarifkonflikt”, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di, Uwe
Foullong, nach knapp zweieinhalbstündigen Gesprächen am Donnerstag in Berlin.
Ver.di fordert für die Beschäftigten bei privaten Banken, Landes- und
Förderbanken acht Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 260 Euro.
Die Arbeitgeber hatten dies bereits als deutlich überzogen abgelehnt. Sie
verweisen etwa auf die angespannte Lage in vielen Häusern infolge der
Finanzmarktkrise. Heinz Laber, der für den Arbeitgeberverband des privaten
Bankgewerbes (AGV Banken) die Gespräche führt, mahnte laut Mitteilung des
Verbandes erneut einen Gehaltsabschluss “mit Augenmaß” an, um keine Stellen zu
gefährden. Die ver.di-Forderung liege “außerhalb jedes vertretbaren Rahmens”.
FLEXIBILITÄT
Die Arbeitgeber, die vom AGV Banken und dem Bundesverband Öffentlicher
Banken Deutschlands (VÖB) vertreten werden, streben nach Angaben eines Sprechers
mehr Flexibilität im Tarifvertrag an. Zudem liegt die Arbeitgeberforderung nach
einer Ausweitung der Samstagsöffnung auf dem Tisch.
Ver.di verlangt außer mehr Geld den Ausschluss betriebsbedingter
Kündigungen, die Verlängerung der Vorruhestandsregelung über das Jahr 2008
hinaus und die Übernahme von Auszubildenden für ein Jahr. Der geltende
Tarifvertrag läuft am 30. Juni aus. Vor zwei Jahren waren 4,5 Prozent mehr Geld
vereinbart worden. In der laufenden Tarifrunde soll am 1. Juli in Frankfurt
weiterverhandelt werden./jb/DP/edh
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