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18:22 | 29.07.2010
ROUNDUP: Teures Öl füllt ExxonMobil die Taschen

HOUSTON (dpa-AFX) – Die gestiegenen Ölpreise haben beim weltgrößten
Energiekonzern ExxonMobil den Gewinn sprudeln lassen. Das
Unternehmen verdiente im zweiten Quartal unterm Strich knapp 7,6 Milliarden
Dollar – fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Mit dem Ergebnis toppte
ExxonMobil am Donnerstag sogar die kühnsten Erwartungen der Börsianer. Der
Gesamtumsatz stieg um 24 prozent auf 92,5 Milliarden Dollar (rd. 72,15 Mrd
Euro).

Der explodierende Gewinn an sich kommt nicht überraschend: Während ein Fass
der US-Rohölsorte WTI vor einem Jahr noch für unter 60 Dollar zu haben war,
kostet es aktuell rund 77 Dollar. Die Wirtschaftskrise hatte die Nachfrage und
damit auch die Preise einbrechen lassen. Im Dezember kostete ein Fass WTI gerade
mal gut 30 Dollar – der tiefste Stand in fünf Jahren.

Bereits die Rivalen ConocoPhillips und Shell
hatten dicke Gewinne eingefahren – ganz im Gegensatz zum
Pechvogel der Branche, dem britischen Ölkonzern BP , der für
die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte verantwortlich zeichnet. Die
Kosten für die Beseitigung der Schäden im Golf von Mexiko führten zu einem
rekordverdächtigen Verlust von 17,2 Milliarden Dollar im Quartal.

Das vorläufige Verbot der amerikanischen Regierung für die Ölförderung auf
hoher See wegen der Katastrophe im Golf von Mexiko schien Exxon kaum zu
belasten. Um künftige Katastrophen zu verhindern und das Image aufzupolieren,
hat sich der Konzern mit seinen Konkurrenten ConocoPhillips, Chevron
und Shell zusammengetan. Gemeinsam wollen sie ein Notfallsystem aufbauen.

Exxon wird zudem bereits seit Monaten als möglicher Käufer für den Rivalen
BP gehandelt, dessen Aktienkurs eingebrochen ist. Dem dürften aber zum einen
kartellrechtliche Bedenken entgegenstehen, zum anderen sind die Folgekosten der
Ölpest kaum abzuschätzen, was für Exxon ein großes Risiko bedeuten würde. BP hat
sich bereits von etlichen Öl- und Gasquellen getrennt, um die Lasten zu
schultern.

Außerdem hat Exxon erst gerade einen dicken Zukauf hinter sich: Für 41
Milliarden Dollar hat der Konzern die Gasfirma XTO geschluckt. Seit dem 25.
Januar gehört XTO endgültig zum Konzern. Trotz der Megaübernahme hatte Exxon
noch genug Geld in der Kasse, um im Quartal mehr als drei Milliarden Dollar an
seine Aktionäre auszuschütten über Dividenden und Aktienrückkaufe. Mit einem
Wert von 376 Milliarden Dollar ist Exxon das teuerste börsennotierte Unternehmen
der USA./das/DP/edh


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