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ROUNDUP: TÜV warnt vor Motorenschäden durch höheren Bio-Anteil im Diesel
BERLIN (dpa-AFX) – Der TÜV warnt vor möglichen Schäden an Automotoren durch
den höheren Bio-Anteil im Diesel vom kommenden Jahr an. “Es gibt keine Garantie
dafür, dass eine Erhöhung der Biodiesel- Beimischung (von fünf) auf sieben
Prozent nicht zu mehr Ausfällen führen kann”, sagte TÜV-Süd-Spezialist Walter
Geier, Leiter der Abteilung Tank- und Kühlsysteme, der Zeitung “Bild am
Sonntag”. Die neueste Generation von Dieselmotoren sei vermutlich für den
siebenprozentigen Anteil der Bio-Beimischung in Diesel geeignet. “Aber bei
Fahrzeugen der älteren Generation ist die Verträglichkeit nicht geklärt.” Die
Biokraftstoffindustrie wies die Befürchtungen zurück.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte erst Anfang April die
geplante Verdopplung des Bioethanol-Anteils in Benzin auf zehn Prozent gestoppt.
Damit wollte er höhere Tankkosten für Millionen Autofahrer wegen
Unverträglichkeit des Biosprits vermeiden. Der TÜV befürchtet auch bei Biodiesel
Schäden. “Biodiesel kann bestimmte Gummimischungen angreifen”, warnte Geier.
“Dichtungen quellen auf oder lösen sich, Diesel tritt aus. Nicht zu
vernachlässigen ist die nicht vorhandene Schmierwirkung des Biodiesels, was
ebenfalls zu Ausfällen und zu erheblichen und teuren Schäden führen kann.”
VERBAND DER DT. BIOKRAFTSTOFFINDUSTRIE: KEINE GEFAHR
Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie sieht keine Gefahr.
“Schwierigkeiten für Pkw-Motoren durch die höhere Beimischung von Biodiesel zu
mineralischem Diesel von fünf auf sieben Prozent sind nicht zu erwarten”, teilte
Jürgen Fischer vom Kraftstoff- Normungsausschuss im Deutschen Institut für
Normung (DIN) mit. Das zeigten die vierjährigen Erfahrungen mit dem
Biodiesel-Anteil von fünf Prozent und die “erfolgreiche Einführung” der
siebenprozentigen Beimischung in Frankreich. Die Schmierfähigkeit des
Kraftstoffs werde sogar verbessert. Die neue Norm solle spätestens Mitte Mai
vorliegen.
Die Zeitung berichtet dagegen, dass die “Bio-Task-Force” des DIN – zu der
Fischer gehört – Einwände gegen den neuen Dieselkraftstoff hat.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) liege seit August 2007 ein Bericht
vor, in dem es heiße: “Selbst bei Verwendung von B5 (Diesel mit fünf Prozent
Bio-Anteil) kann es zu einer grenzwertigen Ölverdünnung kommen, so dass mit B7
(sieben Prozent Bio-Anteil) bereits sicher fahrzeugtechnische Probleme zu
erwarten sind. Daher stellt B7 keine geeignete Interimsmaßnahme zur
Gewährleistung des Bestandsfahrzeugschutzes dar.”
Das Umweltministerium teilte “Bild am Sonntag” mit: “Es gibt keinerlei
Anzeichen dafür, dass die Einführung einer neuen Diesel- Sorte B7 in Deutschland
zu irgendwelchen technischen Schwierigkeiten bei neuen oder alten
Kraftfahrzeugen führen wird.” Bei der Normung gehe es nicht um die Frage, ob B7
eingeführt werde. “Offen ist lediglich eine technische Detailfrage bei der
Umsetzung.” Über die Verordnung “wird das Bundeskabinett erst dann entscheiden,
wenn der zuständige DIN-Ausschuss seine Arbeit abgeschlossen hat”./gp/vr/DP/ck
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