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13:59 | 08.01.2009
ROUNDUP: Verkauf der HeidelbergCement-Anteile noch nicht vom Tisch

ULM (dpa-AFX) – Nach dem beschlossenen Verkauf des Pharmakonzerns ratiopharm
ist auch eine Veräußerung der Merckle-Anteile am Baustoffhersteller
HeidelbergCement noch nicht vom Tisch. “Das ist Teil des gesamten
Sanierungskonzeptes”, sagte ein Sprecher von Merckles VEM Vermögensverwaltung am
Donnerstag in Ulm. Allerdings sei dies nicht Bedingung für den Erhalt des
dringend benötigten Überbrückungskredits gewesen.

Am Mittwoch hatten sich die rund 30 Gläubigerbanken mit der Merckle-Gruppe
auf den ratiopharm-Verkauf und damit auf eine Zerschlagung des Firmengeflechts
geeinigt. Dadurch wurden die finanziell ins Wanken geratenen Unternehmen zwei
Tage nach dem Selbstmord des Clan-Chefs Adolf Merckle gerettet. Außerdem muss
Merckles Sohn Ludwig als Geschäftsführer von VEM seinen Hut nehmen. Zur
Merckle-Gruppe gehören neben ratiopharm und HeidelbergCement auch der
Pharmagroßhändler Phoenix sowie rund 100 weitere Unternehmen.

KREISE: KEIN RATIOPHARM-VERKAUF IM LAUFENDEN JAHR

Der Generika-Hersteller ratiopharm soll wegen des derzeit ungünstigen
Marktumfeldes jedoch nicht in diesem Jahr veräußert werden, hieß es aus
Unternehmenskreisen. Als Käufer käme etwa ein Pharmaproduzent aus dem Ausland in
Betracht, der sich im deutschen Markt verstärken will, hieß es weiter.

In der Vergangenheit wurden als Interessenten die israelische Teva
Pharmaceuticals , der französische Pharmakonzern
Sanofi-Aventis , der amerikanische Generikahersteller
Watson, GlaxoSmithKline und der drittgrößte japanische
Pharmakonzern Daiichi Sankyo gehandelt. Allerdings sei nach ersten
Gesprächen über eine Komplettübernahme von ratiopharm für Teva die Produktion
und für Sanofi-Aventis der Vertrieb uninteressant gewesen, hieß es bereits
Anfang Dezember.

RATIOPHARM-VERKAUF SOLL EIN TREUHÄNDER ORGANISIEREN

Den ratiopharm-Verkauf soll ein Treuhänder organisieren. Die Gläubigerbanken
und die Merckle-Gruppe müssten sich jedoch noch auf einen Treuhänder einigen,
sagte der VEM-Sprecher. Eine Benennung werde nicht vor der Bewertung des
Unternehmens geschehen. Bei VEM bleibt nach dem Tod von Adolf Merckle und dem
Ausscheiden von Ludwig Merckle zunächst ratiopharm-Finanzchefin Susanne Frieß
alleinige Geschäftsführerin.

Adolf Merckle hatte sich am Montag das Leben genommen, nachdem er die
Einigung mit den Banken noch selbst unterschrieben hatte. Seiner Familie zufolge
hatte er es nicht verkraftet, die Kontrolle über sein Firmenimperium zu
verlieren. Er hatte sich zudem lange gegen den Verkauf von ratiopharm gesträubt,
unter anderem, da er angesichts der Finanzkrise keinen Erlös erwartete, der dem
Unternehmenswert entspricht./bs/DP/he


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