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9:34 | 08.02.2018
ROUNDUP: Wacker profitiert von Chemienachfrage – Starker Euro aber Thema

MÜNCHEN (dpa-AFX) – Der Siltronic -Anteilsverkauf und eine gute Nachfrage im Baugeschäft haben dem Spezialchemie-Konzern Wacker 2017 einen Gewinnsprung beschert. Allerdings bekam das MDax -Unternehmen gegen Jahresende den Anstieg der Rohstoffpreise und den stärkeren Euro zu spüren. Der Überschuss schnellte nach ersten Berechnungen von 189 Millionen im Vorjahr auf jetzt 885 Millionen Euro nach oben, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Ohne den Ertrag aus dem Anteilsverkauf am Wafer-Hersteller Siltronic im Frühjahr hätte der Gewinn aber nur 250 Millionen Euro betragen.

Der Umsatz wuchs 2017 um rund 6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte ebenfalls um 6 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro zu. Beide Werte lagen in etwa auf dem Niveau der durchschnittlichen Markterwartungen.

Zum Jahresende hin musste Wacker aber einen Anstieg der Rohstoffpreise und den stärkeren Euro verkraften. Im Schlussquartal stieg der Umsatz um 3 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Das Ebitda wuchs um 6 Prozent auf 235 Millionen. Eine gute Nachfrage in der Chemie und im Geschäft mit Polysilizium habe den deutlichen Gegenwind aus der Rohstoffpreis- und Wechselkursentwicklung mehr als ausgeglichen, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl laut Mitteilung. Bei einem starken Euro bleibt nach der Umrechnung etwa von Gewinnen im Dollar-Raum weniger übrig.

Einen Ausblick auf das neue Jahr wollen die Bayern Mitte März bei der Vorlage des vollständigen Geschäftsberichts für 2017 geben. Allerdings dürften Rohstoffpreise sowie der Euro Thema bleiben, nachdem gerade letzterer zum Jahresstart im Vergleich zum US-Dollar weiter zulegte. So hat bereits der Halbleiter-Wafer-Hersteller Siltronic, an dem Wacker noch rund 31 Prozent hält, für 2018 Gegenwind durch die Euro-Aufwertung signalisiert.

Bei Wacker lief es im Schlussquartal vor allem bei der Nachfrage im Geschäft mit Siliconen und Polymeren rund. Die Münchner sind ein wichtiger Lieferant von Dicht- und Klebemassen sowie von Lackharzen und Dispersionspulvern etwa für die Baubranche. Der Umsatz wuchs in beiden Geschäftsbereichen. Beim Ebitda ging es aber nur in der Silicon-Sparte dank höherer Preise sowie Kostensenkungen nach oben. Im Polymer-Bereich drückten höhere Rohstoffkosten auf den Gewinn.

Das Geschäft mit der Solarindustrie stand im vierten Quartal erneut im Zeichen eines unfallbedingten Produktionsstillstandes am US-Standort Charleston. Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent, das Ebitda sogar um ein Viertel. Daher habe Wacker die Erwartungen im Schlussquartal teils verfehlt, schrieb Analyst Michael Schäfer von der Commerzbank am Morgen.

Der Kurs fiel denn auch im frühen Handel um 1,01 Prozent auf 147,05 Euro. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass im Gewinn noch keine nennenswerten Versicherungsleistungen für den Schadensfall im US-Werk enthalten sind, erklärte Schäfer. Inklusive der geschätzten Ersatzleistung sähen die Geschäftszahlen besser aus.

Die Wacker-Aktien hatten erst im Januar bei 176,80 Euro den höchsten Stand seit 2008 erreicht. Das war allerdings vor dem Ausblick von Siltronic sowie den jüngsten Börsenturbulenzen. Seit dem Hoch haben die Papiere nun rund knapp 17 Prozent eingebüßt./mis/stw/jha/


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