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10:00 | 21.05.2010
ROUNDUP: Wirtschaft im ersten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen

WIESBADEN (dpa-AFX) – Dank der massiven staatlichen Konjunkturprogramme ist
die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2010 leicht gewachsen. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg trotz des harten Winters im Vergleich zum
Vorquartal um real 0,2 Prozent, bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag
seine Schätzung von Anfang Mai.

Allerdings sorgten allein schon die gestiegenen Konsumausgaben des Staates
für einen Wachstumsbeitrag von 0,2 Prozentpunkten. Ohne diesen Effekt hätte die
Wirtschaft stagniert, berichtete das Amt weiter. Der private Konsum trug nicht
zum Wachstum bei. Er drückte im Gegenteil das BIP um 0,5 Punkte.

Wachstumsimpulse gab es in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 unter
anderem durch die Exporte, die im Vergleich zum Vorquartal um 2,6 Prozent
anstiegen. Allerdings legten die Importe mit 6,1 Prozent noch stärker zu. Der
Außenhandel insgesamt schlug sich so mit minus 1,1 Prozent in der Statistik
nieder. Auch die Bauinvestitionen hatten wegen des ungewöhnlich harten Winters
einen negativen Effekt von minus 0,4 Prozent. Dagegen sorgte das Füllen der
Lager für einen deutlich positiven Beitrag.

Insgesamt setzte die deutsche Wirtschaft zum Jahresauftakt ihren
Aufwärtstrend weiter fort, wenn auch abgeschwächt. Im zweiten Quartal 2009 lag
das Wachstum gegenüber dem Vorquartal bei 0,4 Prozent, im dritten Quartal bei
0,7 Prozent und im Schlussquartal 2009 bei 0,2 Prozent.

Im Gesamtjahr 2009 war die deutsche Wirtschaft um 4,9 Prozent eingebrochen.
Dies bedeutete die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei einem
Vergleich des ersten Quartals 2010 mit dem ersten Quartal des Vorjahres ergibt
sich preis- und kalenderbereinigt ein Plus von 1,6 Prozent. Für das Gesamtjahr
rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum von real 1,4 Prozent.

Die Wirtschaftsleistung wurde im ersten Quartal 2010 von 39,8 Millionen
Erwerbstätigen erbracht, das waren 107 000 Menschen oder 0,3 Prozent weniger als
im Vorjahreszeitraum. Die Produktivität je Erwerbstätigen stieg um 2,0 Prozent,
weil unter anderem wegen auslaufender Kurzarbeit die Arbeitszeiten stiegen. Pro
Stunde legte die Arbeitsproduktivität leicht um 0,7 Prozent zu.

Das Volkseinkommen – das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den
Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt – lag im ersten Quartal 2010
nominal um 5,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Arbeitnehmerentgelte
legten leicht um 0,9 Prozent zu, Unternehmens- und Vermögenseinkommen erlebten
dagegen nach dem Abschwung im Vorjahr einen kräftigen Zuwachs um mehr als 15
Prozent.

Die Sparquote der privaten Haushalte lag nach den Berechnungen des
Bundesamtes im ersten Quartal bei 15,2 Prozent. Das waren 0,2 Punkte mehr als im
ersten Quartal 2009./rgo/DP/bgf


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