13:20 | 15.01.2009
ROUNDUP: Wirtschaftskrise trifft PC-Markt hart – Auch trotz Netbook-Booms
STAMFORD/FRAMINGHAM (dpa-AFX) – Die globale Wirtschaftskrise hat den
Computer-Markt hart getroffen. Nach den satten Wachstumsraten der vergangenen
Jahre errechneten Marktforscher für das Schlussquartal 2008 bestenfalls noch ein
Mini-Plus. Dabei verhinderte der andauernde Boom der kleinen und billigen
Netbooks sogar noch schlechtere Absatzzahlen. Der Abschwung des PC-Marktes
trifft nicht nur die Computerhersteller, sondern auch Software-Entwickler und
Zulieferer mit hunderttausenden Beschäftigten und Milliarden-Umsätzen weltweit.
Die Marktforscher von Garter aus Stamford (US-Staat Connecticut) ermittelten
im vierten Quartal ein leichtes Plus von 1,1 Prozent auf 78,1 Millionen Geräte.
Laut IDC aus Framingham (Massachusetts) ist der Markt im Jahresvergleich sogar
um 0,4 Prozent geschrumpft. Weder Rabattaktionen noch der Boom der billigen
Netbooks hätten die Auswirkungen der Krise ausgleichen können, hieß es bei IDC.
In den vergangenen Jahren waren die PC-Verkäufe im Schnitt um jeweils rund 15
Prozent gesteigen.
Dank des guten Jahresbeginns sei der Markt im gesamten Jahr 2008 noch um
10,9 Prozent auf 302,2 Millionen Geräte gewachsen, berichtete Gartner. Großen
Anteil daran hatten Netbooks: 10 Millionen Stück konnten die Hersteller
verkaufen, allein 5 Millionen davon im vierten Quartal, berichtete IDC. 2007
habe es dieses Marktsegment praktisch noch gar nicht gegeben, betonten die
Marktforscher. Allerdings: Die kleinen Notebooks sind schon ab rund 300 Euro zu
haben und bieten den Herstellern daher nur geringe Gewinnmargen.
Besonders schwach entwickelte sich der amerikanische Markt. Laut Gartner
gingen die Verkäufe im Vergleich zum vierten Quartal 2007 um 10 Prozent zurück.
Dies sei das größte Minus seit der Rezession im Jahr 2001. In der Region EMEA,
die neben Europa den Nahen Osten und Afrika einschließt, legten die Verkäufe um
4,9 Prozent zu. Auch hier habe vor allem die Nachfrage nach Netbooks den Markt
angetrieben, während das Geschäftskundensegment nun den Abschwung voll spüre.
Marktführer Hewlett-Packard konnte im Schlussquartal
2008 in dem schwierigen Umfeld seine Position ausbauen und steigerte seine
Verkaufszahlen laut Gartner um 3,5 Prozent auf 14,9 Millionen Geräte weltweit.
Damit stammte fast jeder fünfte PC (19,6 Prozent) von dem US-Hersteller. Dell
verkaufte nur noch 10,3 Millionen Geräte, ein Minus von
5,9 Prozent. Die Nummer zwei ist stark vom Geschäft mit Unternehmenskunden
abhängig und litt daher besonders unter der Wirtschaftskrise. Acer profitierte
vom Boom der Netbooks und steigerte seine Verkaufszahlen um 31,1 Prozent auf 9,6
Millionen Geräte./chk/DP/zb
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