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14:02 | 22.02.2012
ROUNDUP: Zetsche verdient trotz neuer Rekorde nicht mehr als 2010

STUTTGART (dpa-AFX) – Eine Reform der Vorstandsvergütung sorgt für einen
Dämpfer in der persönlichen Jahresbilanz von Daimler -Boss Dieter
Zetsche. Obwohl der Stuttgarter Autokonzern 2011 die besten Zahlen der
Unternehmensgeschichte schrieb, bleiben Zetsches Bezüge mit 8,813 Millionen Euro
auf dem Niveau von 2010 (8,804 Mio Euro). Das geht aus dem am Mittwoch
präsentierten Geschäftsbericht hervor.

Zetsche ist mit seiner fürstlichen Bezahlung nicht alleine. Volkswagen
-Chef Martin Winterkorn bekam im Jahr 2010 mehr als 9 Millionen Euro.
Seine Bezüge für 2011 sind noch nicht öffentlich. Das viele Geld für
Konzernlenker wie Zetsche ist seit Jahren ein Zankapfel. Kritiker geben zu
bedenken, dass hinter den Anreizen vor allem die Gewinnmaximierung stecke. Ein
derartiges System könne für die Belegschaft auch Nachteile bringen – mehr
Leiharbeit etwa.

“Gar nicht die Höhe allein ist das Ärgerliche, sondern die Anreizwirkung und
der Geist dahinter”, sagte Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann der
Nachrichtenagentur dpa. Er gibt zu bedenken, dass sich Zetsches Zaster auch mit
dem reformierten System – es koppelt Grundgehalt, Boni und Aktienpakete stärker
als bisher an langfristige Faktoren – noch immer an Kennzahlen orientiert.
“Diese Anreize treiben die Radikalität des Managements geradezu an”, sagt der
Forscher.

Zetsche verliert nach heutigem Stand rund 750.000 Euro beim Bonus (2010:
4,819 Mio Euro) und bekommt von diesen gut 4 Millionen Euro anders als in den
Vorjahren zunächst nur die Hälfte ausgezahlt. Der Rest fließt erst in einem Jahr
und könnte kleiner ausfallen, falls Daimlers Aktie im Vergleich zur Konkurrenz
schlechter abschneidet.

Gleichzeitig stieg aber Zetsches fixe Grundvergütung deutlich auf gut 2
Millionen Euro (2010: 1,53 Mio Euro). Er bekam sie in zwölf Monatsraten
ausgezahlt. Der fehlende Betrag zu den fast 9 Millionen Euro stammt aus
Aktienoptionen, er beträgt rund 2,6 Millionen Euro.

Trotz des Dämpfers verdient der Unternehmenslenker immer noch atemberaubend
gut: Rechnerisch benötigt er nicht einmal zwei Tage, um auf den im Daimler-Land
Baden-Württemberg geltenden durchschnittlichen Brutto-Jahresverdienst von 45.150
Euro zu kommen.

Insgesamt wuchs Daimlers Vorstandsvergütung von 25,8 Millionen aus dem Jahr
2010 auf nun 29 Millionen Euro. Der Sprung ist vor allem dem zusätzlichen
Vorstand Christine Hohmann-Dennhardt geschuldet. Sie leitet seit Februar 2011
das Ressort Integrität und Recht./loh/DP/jha


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