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18:11 | 27.04.2008
ROUNDUP2: Freenet-Aufsichtsrat soll Weg für Debitel-Kauf freimachen

(Neu: Aufsichtsratssitzung Freenet)

HAMBURG/STUTTGART (dpa-AFX) – Nach wochenlangem Ringen bahnt sich eine
Großfusion auf dem deutschen Handy-Markt an. Der Aufsichtsrat des
Telekommunikations-Anbieters Freenet trat am Sonntag zusammen, um über
den Kauf des größeren Mobilfunk-Providers Debitel zu beraten, wie aus dem Umfeld
des Gremiums verlautete. Bei dem Treffen werde der Aufsichtsrat aller
Wahrscheinlichkeit eine Entscheidung fällen, hieß es. Den Kreisen zufolge
deutete sich eine Zustimmung der Aufsichtsräte an. Durch den Zusammenschluss
soll der mit rund 19 Millionen Kunden drittgrößte Mobilfunkanbieter Deutschlands
nach T-Mobile und Vodafone D2 entstehen.
Begleitet wurde das Treffen von neuem Störfeuer der Großaktionäre United
Internet und Drillisch , die in einem Brief erneut für eine
Übernahme von Freenet warben. Dazu stellten sie ein von 1,34 Milliarden auf 1,54
Milliarden Euro erhöhtes Angebot für Freenet in Aussicht.

Freenet-Chef Eckhard Spoerr lehnt einen Kauf durch United Internet und
Drillisch ab, die über eine Holding bereits 25,2 Prozent des norddeutschen
Unternehmens kontrollieren. Um den Übernahmeversuch abzuwehren, stellte er vor
knapp einem Monat die Weichen für einen Erwerb von Debitel. Nach Angaben aus dem
Verhandlungsumfeld einigte er sich in den vergangenen Tagen bereits mit dem
Debitel-Eigentümer Permira und den Kreditgebern der Stuttgarter Gesellschaft.
Die Transaktion soll laut früheren Angaben ein Volumen von rund 1,6 Milliarden
Euro haben, wobei der größte Teil auf die Schulden der Debitel AG entfällt. Die
Unternehmen äußerten sich nicht dazu.

UNITED INTERNET UND DRILLISCH STELLEN ERNEUT ÜBERNAHMEANGEBOT IN AUSSICHT

Der Aufsichtsrat von Freenet war bereits vor einer Woche zusammengekommen,
um über die Übernahme von Debitel zu beraten. Eine Entscheidung war dabei nicht
gefallen, da noch einige Punkte offen waren. Dazu gehörte neben der Einigung der
Kreditgeber die Zustimmung von T-Mobile und Vodafone, auf deren Mobilfunknetze
Freenet und Debitel für ihre Dienste zurückgreifen.

Die Freenet-Großaktionäre United Internet und Drillisch sprachen sich in dem
am Sonntag an die Freenet-Führung verschickten Brief gegen den Kauf von Debitel
aus und stellte erneut ein Übernahmeangebot in Aussicht. “Die Abgabe eines
Übernahmeangebotes würde selbstverständlich voraussetzen, dass die
Debitel-Transaktion nicht durchgeführt wird”, heißt es in dem der Finanz-
Nachrichtenagentur dpa-AFX vorliegendem Schreiben.

KREISE: AUCH CREDIT SUISSE WILL VERKAUFEN

Nach eigenen Angaben haben United Internet und Drillisch Partner für ihre
Pläne gefunden. Acht institutionelle Investoren, die rund 32,6 Prozent des
Grundkapitals der Freenet AG hielten, hätten ihr Interesse bekunde, die Aktien
zu verkaufen. “Zusammen mit den von uns und von der Drillisch AG gehaltenen
Aktien wären dies über 58 Prozent des Grundkapitals”, schreibt Dommermuth. Zu
den verkaufswilligen Anlegern gehört Kreisen zufolge die Schweizer Großbank
Credit Suisse .

Der Internet-Konzern United Internet (WEB.DE, 1&1, GMX) und der
Mobilfunk-Provider Drillisch wollen Freenet übernehmen und zerschlagen, wobei
sich United Internet für das DSL- und Portalgeschäft interessiert und Drillisch
für den Mobilfunk-Teil./mur/so/he


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