18:21 | 19.05.2009
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne – Finanztitel legen zu, US-Daten
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am
Dienstag an ihre Gewinne vom Wochenanfang angeknüpft und sind erneut mit
Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Händler sprachen als Antrieb von der
Hoffnung, dass die Finanzbranche nun das Schlimmste hinter sich haben könnte.
Insofern seien vor allem Banktitel gefragt gewesen. Gedämpft wurde der Anstieg
aber durch enttäuschende Immobiliendaten aus den USA. Dort waren im April vor
allem die Baubeginne überraschend deutlich gesunken.
Der EuroSTOXX 50 stieg am Ende um 1,52 Prozent auf 2.459,59
Punkte. Bereits am Montag hatte der Leitindex 2,48 Prozent gewonnen. In Paris
legte der CAC-40-Index um 0,91 Prozent auf 3.274,96 Zähler zu. Der
Londoner FTSE 100 rückte um 0,81 Prozent auf 4.482,25 Punkte vor.
Für gute Laune in den Handelsräumen sorgte Händlern zufolge die Nachricht,
dass die US-Banken Goldman Sachs und Morgan Stanley
laut Informationen aus Kreisen ihre staatlichen Milliardenhilfen rasch
zurückzahlen wollen. In Europa waren insofern etwa die Papiere von Barclays
gesucht, die 4,99 Prozent auf 290,50 Pence gewannen. An der
Spitze des europäischen Leitindex sprangen ferner die Aktien des Finanzkonzerns
Fortis um 7,99 Prozent auf 2,635 Euro an, und die Papiere
von UniCredit gewannen 4,56 Prozent auf 1,8820 Euro.
Die Aktien von Vodafone standen indes nach
Geschäftszahlen ebenfalls im Fokus. Der weltgrößte Mobilfunkkonzern hatte im
abgelaufenen Geschäftsjahr beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen
die Markterwartungen getroffen. Allerdings musste Vodafone 5,9 Milliarden Pfund
in Spanien, der Türkei und Ghana abschreiben. Für das kommende Jahr kündigte
Vodafone an, sein Sparprogramm beschleunigen zu wollen. So sollen bereits 2010
mehr als 65 Prozent der angepeilten eine Milliarde Pfund an Kosteneinsparungen
erreicht sein. “Ernüchternd, aber nicht schockierend”, so kommentierte der
Analyst Joeri Sels von der DZ Bank die Bilanz von Vodafone. Für das laufende
Geschäftsjahr habe sich der Branchenprimus zudem vorsichtig gezeigt und einen
leicht rückläufigen Gewinn in Aussicht gestellt. Vodafone-Titel sanken um 3,96
Prozent auf 122,40 Britische Pence.
Der europäischen Branchenindex für den Bereich Telekommunikation rutschte
nach der Veröffentlichung der Vodafone-Bilanz um 1,21 Prozent ab. Unter den
Konkurrenzunternehmen zählten etwa die Aktien der Telecom Italia
ebenfalls zu den Verlierern mit einem Minus von 1,77 Prozent auf 1,00
Euro.
Auch ein Wechsel im Vorstand des niederländischen Telekomkonzern KPN
bewegte die Kurse. Das Unternehmen bestätigte, dass
Finanzchef Marcel Smits den Konzern verlassen werde. Derzeit würden die
Führungsgremien intern über eine geeignete Nachfolge beraten, hieß es weiter.
Die Aktien der KPN verloren nach der Meldung 2,12 Prozent auf 9,58 Euro. In
ersten Stellungnahmen von Experten hieß es aber, dass die Personalie keinen
nennenswerten Einfluss auf das Unternehmen und die angepeilten Gewinnziele haben
werde. Demnach werde es bei der KPN keinen Wechsel in der Konzernstrategie
geben.
Noch stärker verloren die Aktien von Marks & Spencer .
Sie fielen am “Footsie”-Ende um 8,11 Prozent auf 305,88 Pence. Großbritanniens
größter Textil-Einzelhändler hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen herben
Gewinneinbruch verkraften müssen und will deshalb die Dividende kürzen. Die
Gewinnausschüttung an die Aktionäre beträgt laut Konzernangaben 15 Pence je
Aktie. Dies sei ein Drittel weniger als die 22,5 Pence des Vorjahres.
Die Aktien von ArcelorMittal aber kletterten nach einem
positiven Analystenkommentar um 6,45 Prozent auf 21,47 Euro in die Höhe. Die
Societe Generale hatte die Titel des Stahlriesen mit der Einstufung “Buy” und
einem Kursziel von 26,00 Euro wieder in die Bewertung aufgenommen. Er teile die
Ansicht von ArcelorMittal bezüglich einer bevorstehenden weltweiten Erholung des
Stahlgeschäfts, schrieb Analyst Alain William in einer aktuellen Studie. Derzeit
seien die Papiere günstig bewertet./la/he
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