18:27 | 24.01.2011
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne – US-Börsen legen zu – Philips belastet
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Kursgewinne in den USA haben die europäischen
Aktienmärkte am Montag gestützt. Nach einem verhaltenen Start retteten sich die
wichtigsten Indizes dank guter Nachrichten etwa von Alcoa und Intel am Ende noch
in die Gewinnzone. Die enttäuschende Quartalsbilanz des niederländischen
Elektronikkonzerns Philips aber verhinderte diesseits des Atlantiks größere
Zuwächse. Dagegen hätten die unerwartet positiven Konjunkturdaten aus der
Eurozone kaum Impulse geben können, sagten Börsianer. Im Euroraum hatte sich die
Stimmung der Einkaufsmanager überraschend aufgehellt.
Der EuroStoxx 50 rückte um 0,29 Prozent vor auf 2.979,06 Punkte.
Der CAC 40 stieg in Paris um 0,39 Prozent auf 4.033,21
Punkte. In London legte der FTSE 100 dank starker Rohstoffwerte
deutlicher zu und gewann 0,81 Prozent auf 5.943,85 Punkte.
Nach der Veröffentlichung der Quartalsbilanz waren die Aktien von Philips
Electronics zeitweise um mehr als sieben Prozent
eingebrochen und bis auf ein Tagestief bei 22,72 Euro gefallen. Im weiteren
Handelsverlauf konnten sich die Papiere aber wieder etwas erholen und verloren
zum Handelsschluss noch 5,45 Prozent auf 23,23 Euro. Analyst Sjoerd Ummels von
der ING-Bank nannte die Philips-Bilanz für das vierte Quartal “alles in allem
etwas enttäuschend”. Vor allem das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik sei
schwächer als erwartet ausgefallen. Zudem habe der Konzern Hinweise geliefert,
dass die Geschäfte in der Sparte auch im weiteren Verlauf des Jahrs “weiterhin
gedämpft laufen werden”. Ein anderer Experte äußerte sich ebenfalls negativ zum
Zahlenwerk des Elektronikkonzerns. Demnach verfehlte Philips beim Umsatz und
beim Gewinn die Markterwartungen. Vor allem der Verkauf von Fernsehgeräten sei
schwach ausgefallen.
Rohstoffwerte hingegen legten an der Börse in London zum Teil deutlich zu.
So kletterten die Aktien von Rio Tinto um 2,46 Prozent auf
4.347,50 Britische Pence. Die geplante Übernahme des australischen Wettbewerbers
Riversdale beflügelte die Phantasie der Anleger. Riversdales Hauptaktionär Tata
Steel unterstützt die Offerte der Briten. Im Kielwasser der Nachricht gewannen
die Papiere von Xstrata 1,53 und die von Vedanta
2,40 Prozent.
Demgegenüber gab es Gewinnmitnahmen bei den Aktien der Royal Bank of
Scotland (RBS) . An der Börse in London sanken die Papiere um
1,91 Prozent auf 44,08 Pence, nachdem sie am Freitag noch um 6,50 Prozent hatten
zulegen können. Die Aussicht auf ein unerwartet schnelles Ende der staatlichen
Hilfen für die RBS hatte die starken Kursgewinne Ende der vergangenen Woche
ausgelöst.
Zu Beginn der neuen Woche hätten sich die Marktteilnehmer zudem besorgt über
das Auseinanderbrechen der Regierungskoalition im hoch verschuldeten Irland
gezeigt, erklärten Händlern die Verluste bei britischen Finanzaktien. So mussten
beispielsweise auch die Papiere von Prudential Verluste von
1,58 Prozent auf 654,50 Pence verkraften und die von Lloyds
am “Footsie”-Ende 3,44 Prozent auf 65,05 Pence.
Ferner zählten die Aktien des italienischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern
Finmeccanica ebenfalls zu den Verlieren am Markt mit einem
Minus von 0,41 Prozent auf 9,7500 Euro. Nach einer Mitteilung der italienischen
Börsenaufsicht hält der Staat Lybien derzeit einen Anteil von 2,01 Prozent an
Finmeccanica. Sollten die Libyer bei ihrer Beteiligung die Schwelle von 3,0
Prozent überschreiten wollen, müssten sie zuvor die Erlaubnis der Regierung in
Rom einholen, berichtete der Mailänder “Corriere della Sera”.
Die Aktien des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis rückten um
0,22 Prozent vor auf 50,98 Euro. Das französische Unternehmen hatte zuvor die
Annahmefrist seines Übernahmeangebots für das US-Biotechnologieunternehmen
Genzyme ein weiteres Mal verlängert. Das französische
Unternehmen war jedoch erneut Forderungen der Genzyme-Führung nach einem
Aufschlag nicht nachgekommen. Die Papiere von Genzyme sanken zuletzt in New York
um 0,13 Prozent auf 71,49 US-Dollar./la/he
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