18:46 | 03.02.2011
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Minus – Zahlen und Inflationsangst belasten
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Einige negativ aufgenommene Unternehmenszahlen
sowie anhaltende Sorgen um die Lage in Ägypten haben den europäischen Börsen am
Donnerstag Verluste beschert. Der EuroStoxx 50 sank um 0,57 Prozent
auf 2.995,49 Punkte. Nachträgliche Berechnungen hatten das Minus des Index am
Ende noch verringert. In Paris büßte der Leitindex Cac 40
0,74 Prozent auf 4.036,59 Punkte ein, der Londoner FTSE 100 gab um
vergleichsweise geringe 0,28 Prozent auf 5.983,34 Punkte nach.
Händlern zufolge drückte zudem die Angst vor einer Inflation auf die
Stimmung. Die Politik konzentriere sich offenbar mehr auf das Thema
Arbeitslosigkeit als auf das Thema Inflation, sagte ein Börsianer mit Blick auf
den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Nachmittag. Diese hatte
den Leitzins wie erwartet bei 1,0 Prozent belassen. Angeheizt wurden die
Inflationsängste Marktteilnehmern zufolge zudem von US-Daten. Dort hatte sich
die Stimmung der Dienstleister im Januar überraschend aufgehellt, was sich in
einem Anstieg des ISM-Index ausdrückte. Der Index gilt als zuverlässiger
Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA.
Besonders unter Druck gerieten Ölwerte, der Stoxx600-Branchenindex verlor
0,78 Prozent. Der Branchenriese Royal Dutch Shell
hatte seinen Gewinn im Jahr 2010 dank höherer Öl- und Gaspreise sowie
gesunkener Kosten kräftig gesteigert. Börsianer bemängelten jedoch, dass die
Resultate dennoch nur am unteren Ende der Erwartungen gelegen hätten.
Shell-Papiere verloren am “Footsie”-Ende 2,98 Prozent auf 2.200,00 Pence. BP
rutschten um 2,06 Prozent auf 483,124 Pence ab, und Total
büßten im Eurostoxx 50 1,02 Prozent auf 43,550 Euro ein.
In Spanien hatte die Banco Santander im Jahr 2010 wegen
einer höheren Kreditvorsorge deutlich weniger als im Vorjahr verdient, was den
Papiere ein Minus von 1,68 Prozent auf 8,990 Euro einbrachte. Im Zuge dessen
ging es auch für andere spanische Bankenwerte nach unten. Banco Bilbao Vizcaya
Argentaria (BBVA) verloren sogar 2,87 Prozent auf 9,027
Euro und Banco Sabadell verbilligten sich um 2,51 Prozent auf 3,229 Euro.
Noch schwächer als Santander-Papiere entwickelten sich in Madrid die Aktien
von ACS , die um 9,55 Prozent auf 33,780 Euro abrutschten.
Dabei hatte der Baukonzern einen Erfolg im Kampf um die Übernahme von Hochtief
verbucht und hält nunmehr 33,49 Prozent an dem Essener Unternehmen.
Das Minus der ACS-Aktien wurde von Händlern damit begründet, dass der
Investmentfonds Alba seinen ACS-Anteil von fünf Prozent zum Verkauf angeboten
hatte.
Mehrheitlich positiv entwickelten sich die Papiere von
Telefongesellschaften. Der entsprechende Stoxx 600-Branchenindex gewann 0,70
Prozent. Den Aktien der BT Group kam zugute, dass der
Konzern unter anderem seinen Ausblick bestätigt hatte, sie stiegen um 3,59
Prozent auf 184,460 Pence. Im Schlepptau der BT-Zahlen gewannen die Titel von
France Telecom gegen den Markt immerhin noch 0,15 Prozent
auf 16,440 Euro und Deutsche Telekom 0,27 Prozent auf 9,960 Euro.
Ein Plus von 3,59 Prozent auf 1.169,74 Pence verbuchten die Aktien des
britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline . Dabei war der
Gewinn des Konzerns aufgrund von Milliardenbelastungen durch
Rechtsstreitigkeiten und die Konkurrenz billigerer Nachahmermedikamente im
abgelaufenen Geschäftsjahr eingebrochen. Börsianer lobten jedoch, dass
Konzernchef Andrew Witty eine um sieben Prozent höhere Dividende angekündigt
hatte. Zudem sollen 2011 weitere Aktien zurückgekauft werden.
Ein noch größeres Plus fuhren in Helsinki die Papiere Konecranes
ein, sie kletterten um 6,80 Prozent auf 32,146 Euro, nachdem der Auftragseingang
des Kranbauers um 32 Prozent gestiegen war und die Erwartungen übertroffen
hatte./chs/fn
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