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10:22 | 13.11.2012
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Verluste – Griechenland und Zahlen im Blick

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die jüngsten Entwicklungen in der europäischen
Schuldenkrise haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag belastet. Die Sorgen
um Griechenland schwächten derzeit das Vertrauen in die Börsen, was einige
Indizes bereits auf wichtige Unterstützungsniveaus gedrückt habe, sagte
Marktstratege Stan Shamu von IG. Gut eine Stunde nach dem Handelsstart gab der
Dax um 0,77 Prozent nach auf 7.113,42 Punkte. Damit knüpfte der
Leitindex jüngsten Abwärtstrend an, den er lediglich zum Wochenstart
unterbrochen hatte. Der MDax sank um 0,72 Prozent auf 11.236,51
Punkte. Für den TecDax ging es um 0,30 Prozent auf 804,46 Punkte
bergab.

Der Beschluss der Euro-Finanzminister, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit bei
seinen Sparzielen einzuräumen, stützte weder den Aktienmarkt noch den Euro
. Zudem muss sich das krisengeschüttelte Euro-Mitglied an diesem
Dienstag über die Ausgabe kurzfristiger Schuldtitel frisches Geld besorgen, um
in dieser Woche fällige Schulden tilgen zu können. Scheitert die Auktion, droht
die Staatspleite. Hintergrund ist die verzögerte Auszahlung der nächsten
Kredittranche der internationalen Geldgeber.

Auch die Unsicherheit wegen der fiskalischen Klippe in den USA drückt laut
Experte Shamu weiter auf die Stimmung. Zudem geht die Berichtssaison mit Zahlen
unter anderem von Eon und K+S weiter. Auf der Konjunkturseite stehen die
ZEW-Konjunkturerwartungen aus Deutschland sowie Verbraucherpreisdaten aus Europa
im Fokus.

EON UND K+S SACKEN NACH ZAHLEN AB

Die Aktien von Eon verloren nach einer Prognosesenkung als
Dax-Schlusslicht knapp neun Prozent. Der Energiekonzern konnte zwar in den
ersten neun Monaten den Umsatz und den bereinigten Nettogewinn etwas stärker
steigern als erwartet und bestätigte den Jahresausblick. Er hatte aber schon am
Vorabend überraschend die Ziele für 2013 als voraussichtlich nicht erreichbar
bezeichnet, was Händler als Hauptbelastung für die Aktie sahen. Die Titel von
Konkurrent RWE büßten fast drei Prozent ein.

Für die K+S-Titel als zweitschwächsten Wert ging es nach
enttäuschenden Quartalszahlen und einem gesenkten Ausblick um fünfeinhalb
Prozent bergab. Der Salz- und Düngemittelkonzern ist wegen trüberer Perspektiven
bei Kali- und Magnesiumprodukten für das laufende Jahr nun etwas vorsichtiger.
Händler monierten, der Gewinn vor Zinsen und Steuern habe die Schätzungen
verfehlt. Außerdem habe K+S seine Prognose angepasst und bleibe damit zum Teil
hinter den durchschnittlichen Erwartungen zurück.

LEONI SCHWACH NACH ENDGÜLTIGEN ZAHLEN – HHLA LEGEN ZU

Aus der zweiten Reihe berichteten ebenfalls etliche Unternehmen. Bei den
endgültigen Zahlen des Bordnetzspezialisten Leoni stach der stärker
als erwartet gesunkene Überschuss hervor. Die DZ Bank sah zudem die im Oktober
gesenkten Jahresziele als immer noch ehrgeizig an. Die Aktien verloren im MDax
mehr als ein Prozent. Die Aareal Bank musste wegen ihrer vorsichtigen
Anlagepolitik im dritten Quartal rückläufige Gewinne hinnehmen. Die Aktien gaben
um ein Prozent nach. Börsianer sprachen von unspektakulären Zahlen.

Der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland erfüllte mit seinen
Zahlen laut Händlern die Erwartungen, wobei das Ergebnis aber etwas enttäuscht
habe. Die Titel fielen um knapp ein Prozent. Dagegen schafften die HHLA-Titel
ein Plus von fast zwei Prozent, nachdem der Hamburger Hafenbetreiber
trotz des sich verschlechternden Umfeldes seine Prognose für das Gesamtjahr
bestätigt hatte. Die Tui-Papiere gaben moderat nach, nachdem die
Container-Reederei Hapag-Lloyd, an der der Reisekonzern beteiligt ist, einen
Gewinnsprung berichtet hatte. Das Schlussquartal sieht Hapag-Chef Michael
Behrendt allerdings “im Zeichen der sich verschärfenden Auswirkungen der
Schuldenkrise im Euro-Raum”.

SCHWARZE ZAHLEN HELFEN NORDEX

An der TecDax-Spitze bescherten gute Zahlen Nordex Kursgewinne
von knapp sechs Prozent. Der Windanlagenhersteller schaffte nach drei
Verlustquartalen hintereinander die Rückkehr in die Gewinnzone und übertraf die
Erwartungen der Analysten. Allerdings senkte Nordex die Erwartungen für die
operative Marge im Gesamtjahr, was Händler als Enttäuschung werteten. Zudem sei
die Bewertung der Aktie nicht sonderlich attraktiv. Der IT-Dienstleister Bechtle
strich wegen des Krise in Europa und der hohen Zahl an neuen
Mitarbeitern sein Gewinnziel, was die Papiere ein halbes Prozent Prozent ins
Minus drückte./gl/rum


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