18:22 | 23.03.2011
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schließt mit moderaten Gewinnen
FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach einem
wechselhaften Handelsverlauf mit moderaten Gewinnen geschlossen. Der Leitindex
Dax stieg um 0,35 Prozent auf 6804,45 Punkte. Für den MDax
der mittelgroßen Werte ging es um 0,31 Prozent auf 9994,79 Punkte nach oben, der
TecDax rückte um 0,36 Prozent auf 890,87 Punkte vor. Händler sprachen
von einer weiter spürbaren Nervosität am Markt.
“Es hängt derzeit alles von der Entwicklung in Japan und in Nordafrika ab”,
sagte Experte Udo Becker vom Bankhaus Silvia Quandt. Mit Spannung verfolgten die
Börsianer auch die politische Entwicklung in Portugal. Die Regierung will
zurücktreten, falls das Parlament neuen Sparmaßnahmen die Zustimmung verweigert.
RÜCKVERSICHERER NACH SCHADENSSCHÄTZUNGEN IM MINUS
Die Aktien der Rückversicherer gehörten zu den Verlierern. Im Dax büßten
Munich Re 0,41 Prozent auf 109,55 Euro ein, nachdem das Unternehmen
erste Schätzungen zu den Schadensersatzansprüchen durch Erdbeben und Tsunami in
Japan veröffentlicht und das bisherige Gewinnziel für 2011 kassiert hatte. Einem
Händler zufolge ist die genannte Summe der Schäden zwar hoch, liegt aber unter
den schlimmsten Befürchtungen. Der MDax-notierte Konkurrent Hannover Rück
bezifferte ebenfalls seine Belastungen wegen Japan, was die Titel um
1,07 Prozent auf 38,310 Euro sinken ließ.
Für die Papiere der Deutschen Bank ging es um 0,52 Prozent auf 40,910 Euro
bergab. Börsianer sahen darin Nachwirkungen eines BGH- Urteils vom Vortag. Die
Karlsruher Richter verurteilten Deutschlands größte Bank zur Zahlung von 540 000
Euro Schadenersatz an das mittelständische hessische Unternehmen Ille. Es hatte
bei einem sogenannten Swap-Geschäft mit der Bank – einer Wette auf die
Zinsentwicklung – einen großen Verlust erlitten.
GUTE ZAHLEN VON LEONI – INSIDER-VORWÜRFE BELASTEN GAGFAH
Im MDax sorgten vor allem Zahlen für Bewegung. Die Leoni-Aktien
gewannen 3,29 Prozent auf 27,800 Euro, nachdem der Autozulieferer 2010 in die
Gewinnzone zurückgekehrt ist und optimistisch in die Zukunft blickt. «Zudem
liegt die vorgeschlagene Dividende über den Markterwartungen», lobte ein
Händler. Beim zusätzlich im Rüstungsgeschäft tätigen Konkurrenten Rheinmetall
belastete der enttäuschende Ausblick nur kurz – die Titel wurden
ebenfalls von der überraschend hohen Gewinnausschüttung an die Aktionäre
gestützt und schlossen 0,35 Prozent höher bei 54,750 Euro. Laut Börsianern
«deutlich besser als erwartete Zahlen» ließen die Hochtief-Aktien um
2,52 Prozent auf 74,10 Euro steigen.
Dagegen büßten die Gagfah-Titel 3,52 Prozent auf 6,175 Euro ein.
Die Börsenaufsicht ermittelt wegen des Verdachts auf Insiderhandel gegen den
Geschäftsführer des Wohnungsunternehmens. Die Jahresbilanz wurde angesichts der
Vorwürfe kaum beachtet. Unspektakuläre endgültige Zahlen des Pharmahändlers
Celesio verpufften ebenfalls – die Aktie gaben 1,84 Prozent auf
17,040 Euro ab. Dass der auf die Solarindustrie spezialisierte Anlagenbauer
Centrotherm nach guten Zahlen erstmals eine Dividende zahlen will,
ließ die Papiere um 9,35 Prozent auf 39,000 Euro steigen.
Der EuroStoxx 50 gewann 0,40 Prozent auf 2866,23 Punkte. Auch die nationalen
Indizes in Paris und London konnten zulegen. In New York notierte der Dow Jones
Industrial zum europäischen Handelsschluss leicht im Plus.
Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten
Bundeswertpapiere auf 2,97 (Dienstag: 3,01) Prozent. Der Rentenindex Rex legte
um 0,06 Prozent auf 122,05 Punkte zu. Der Bund Future stieg um 0,19 Prozent auf
122,25 Punkte. Der Kurs des Euro sank auf 1,4127 US-Dollar. Die Europäische
Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4136 (1,4211) US-Dollar
festgesetzt und der Dollar damit 0,7074 (0,7037) Euro gekostet./gl/ksb
—Von Gerold Löhle, dpa-AFX—
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