18:25 | 16.09.2010
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Deutscher Aktienmarkt schließt leicht im Minus
FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag wie schon
am Vortag mit moderaten Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Dax
verlor 0,20 Prozent auf 6.249,65 Punkte. Für den MDax ging es um 0,46
Prozent auf 8.692,03 Punkte nach unten und der TecDax sank um 0,34
Prozent auf 772,30 Punkte.
Nach den jüngsten Kursgewinnen hätten die Indizes etwas Korrekturbedarf, was
die Börsen belaste, sagte Marktanalyst Klaus Stabel von ICF Kursmakler. Dies
gelte vor allem auch mit Blick auf den großen Verfall an den Terminmärkten – den
so genannten “Hexensabbat” – an diesem Freitag. Dann laufen Terminkontrakte
unter anderem auf Aktien und Aktienindizes aus. Marktanalyst Johannes Bollongino
von IG Markets merkte an, derzeit könne sich der Dax trotz guter Wochendaten vom
US-Arbeitsmarkt nicht aus seiner Seitwärtsbewegung lösen.
ÜBERNAHMEZIEL HOCHTIEF IST THEMA DES TAGES
Mit einem Übernahmeangebot von Großaktionär ACS
avancierte Hochtief zum Tagesthema. Die Titel des Essener Baukonzerns
gewannen an der MDax-Spitze 5,58 Prozent auf 59,45 Euro. Spaniens größter
Baukonzern, der bereits knapp 30 Prozent hält, bietet acht eigene Aktien für
fünf Hochtief-Papiere. Einem Analysten zufolge strebt ACS wohl eine
“schleichende Kontrollübernahme” und eine spätere Konsolidierung an. Die Spanier
böten den Durchschnittspreis der vergangenen drei Monate und damit das
Mindestgebot nach deutschem Recht. Dies erlaube es ACS, zu einem späteren
Zeitpunkt den Anteil am Markt aufzustocken, ohne dass ein Pflichtangebot mit
einem erhöhten Preis erfolgen müsse.
Zu Daimler gab es Gerüchte am Markt über ein Interesse an A123
Systems, einem amerikanischen Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus. Auf Anfrage
von dpa-AFX bezeichnete ein Daimler-Sprecher die Spekulationen allerdings als
haltlos. Während die Aktien des Stuttgarter Autobauers unspektakuläre 0,15
Prozent auf 44,055 Euro verloren, notierten die Titel des Akku-Herstellers in
New York zuletzt um gut neun Prozent höher.
STUDIEN BEWEGEN SIEMENS UND PRAKTIKER – FEDEX BELASTET POST
Bei Siemens sorgten Hochstufungen von Goldman Sachs und Morgan
Stanley dafür, dass die Titel des Mischkonzerns als Dax-Spitzenreiter um 2,94
Prozent auf 78,02 Euro zulegen konnten. Zudem erhielt ein Konsortium aus Siemens
und der südkoreanischen GS Engineering & Construction Großaufträge im Oman.
Hingegen ließen negativ aufgenommene Zahlen des US-Konkurrenten FedEx
Deutsche-Post-Titel um 1,78 Prozent auf 13,215 Euro sinken.
Anteilsscheine der Baumarktkette Praktiker litten nach dem am Vortag
verkündeten Austausch des Finanzvorstands unter negativen Analystenkommentaren.
Sie verloren 5,76 Prozent auf 6,28 Euro.
Im TecDax mussten die Aktien von SMA Solar Abschläge von 2,98
Prozent auf 81,50 Euro hinnehmen. Laut einem Börsianer hält die Enttäuschung der
Anleger über den vorsichtigen Ausblick des Photovoltaikzulieferers für 2011 an.
Außerhalb des Index sprangen die Papiere von Solar Millennium nach der
Genehmigung eines Kraftwerksprojekts in den USA um 22,26 Prozent auf 19,50 Euro
hoch.
Der EuroStoxx 50 verlor 0,35 Prozent auf 2.784,61 Punkte. Die
nationalen Leitindizes in Paris und London gaben ebenfalls moderat nach. An der
New Yorker Börse zeigte sich der Dow Jones Industrial zum europäischen
Handelsschluss knapp im Minus.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter
Bundeswertpapiere auf 2,14 (Vortag: 2,07) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um
0,39 Prozent auf 127,51 Punkte. Der Bund Future verlor 0,59 Prozent auf 129,34
Punkte. Der Euro stieg zuletzt auf 1,3077 Dollar. Die Europäische Zentralbank
(EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,3078 (1,2989) Dollar
festgesetzt und der Dollar damit 0,7646 (0,7699) Euro gekostet./gl/she
—Von Gerold Löhle, dpa-AFX—
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