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16:51 | 01.07.2010
ROUNDUP/Aktien New York: Verluste – Sorgen um China und schwache Daten

NEW YORK (dpa-AFX) – Anhaltende Sorgen über eine Abschwächung der
chinesischen Konjunkturerholung haben den US-Börsen am Donnerstag weitere
Verluste eingebracht. Der im Juni gesunkene Einkaufsmanagerindex in China habe
für Unsicherheit gesorgt, hieß es von Händlern. Insgesamt enttäuschende
Konjunkturdaten aus den USA verstärkten noch den Druck auf die Notierungen. In
der ersten Handelsstunde verlor der Dow Jones Industrial Average (DJIA)
0,94 Prozent auf 9.682,50 Punkte und stand damit so tief wie seit
Oktober 2009 nicht mehr. Der breiter gefasste S&P-500-Index , der
bereits vor zwei Tagen ein neues Jahrestief markiert hatte, sank um 1,23 Prozent
auf 1.017,99 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq büßte der Composite-Index
1,53 Prozent auf 2.076,98 Punkte ein. Der Nasdaq-100-Index
verlor 1,45 Prozent auf 1.713,87 Punkte.

Bereits vorbörslich hatte das US-Arbeitsministerium berichtet, dass die Zahl
der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend
gestiegen sei. Dies und der unerwartet schwache Beschäftigungsanstieg im
Privatsektor, den der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (APD)
am Mittwoch für den vergangenen Monat berichtet hatte, lassen nichts Gutes für
den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am morgige Freitag erwarten.

Zudem hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im
Juni überraschend stark eingetrübt und die Zahl der noch nicht abgeschlossenen
Hausverkäufe fiel im Mai auf einen Rekordtief. Dass die Bauausgaben im Mai nicht
so stark wie befürchtet gesunken sind, fiel dem gegenüber ebenso wenig positiv
ins Gewicht wie die Nachricht, dass die umfassendste Finanzreform in den USA
seit der Großen Depression vor 80 Jahren am Vorabend die entscheidende Hürde im
Repräsentantenhaus genommen hat.

Aktien der Citigroup konnte ihre Anfangsgewinne nicht
halten und verloren zuletzt deutliche 2,93 Prozent auf 3,65 US-Dollar. Das
US-Finanzministerium verkaufte 1,1 Milliarden Aktien und fuhr damit seine
Beteiligung an der Bank weiter nach unten. Der Anteil, den der Staat nach dem
Zusammenbruch von Lehman übernommen hatte, um das angeschlagene Institut vor dem
Zusammenbruch zu schützen, sank damit von knapp 27 auf nun 17 Prozent, was den
Staatskassen einen Gewinn von rund zwei Milliarden Dollar einbrachte.

Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm begrenzte indes bei den
Yahoo-Papieren die Verluste – sie gaben nur um 0,22 Prozent
auf 13,80 Dollar nach. Das Management des Web-Pioniers bekam dafür vom
Verwaltungsrat einen Rahmen von drei Milliarden Dollar für drei Jahre
bereitgestellt, wie der seit Jahren schwächelnde Internetkonzern am Vorabend
mitgeteilt hatte. Der Portalbetreiber hatte im Online-Werbemarkt den Anschluss
an den Internetkonzern Google verloren und sich in eine
Kooperation mit dem weltweit führenden Softwarekonzern Microsoft
gerettet. Diese spült endlich wieder Geld in die Kassen. Im ersten
Quartal konnte das Internet-Unternehmen den Gewinn mit über 300 Millionen Dollar
im Jahresvergleich gut verdoppeln.

Google muss allerdings weiter um die Lizenz für sein China-Geschäft bangen.
Die Behörden prüfen noch den Antrag, mit dem das Unternehmen seinen Status als
Anbieter von Internetinhalten erneuern will, meldete die chinesische
Staatsagentur Xinhua. Es sei aber mit einer raschen Entscheidung zu rechnen.
Zuletzt war Google der chinesischen Regierung im Streit um Zensurbestimmungen
entgegengekommen und hatte angekündigt, die automatische Weiterleitung von
Suchanfragen an seine chinesische Website auf die unzensierte Hongkonger Adresse
abzuschalten. Die Aktien des Internetkonzerns büßten 2,01 Prozent auf 436,00
Dollar ein.

Eine erste Klage von iPhone-Nutzern gegen Apple und
AT&T wegen Empfangsproblemen setzte zumindest die
Apple-Aktien unter Druck. Zwei Anwaltskanzleien reichten eine Sammelklage gegen
den Elektronikanbieter und den Telekomkonzern ein, der das Smartphone in den USA
exklusiv vertreibt. Apple verloren 3,08 Prozent auf 243,78 Dollar. Eine Studie
von Gartner zum Technologiesektor kam als Belastungsfaktor hinzu: Die
Marktforschungs- und Beratungsfirma senkte ihre Wachstumsprognose für die
weltweiten IT-Ausgaben in diesem Jahr. AT&T verloren lediglich 0,54 Prozent auf
24,06 Dollar./gl/fn


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