14:10 | 08.04.2009
ROUNDUP/’FT’: AIG-Flugzeugsparte braucht neue Kredite
NEW YORK (dpa-AFX) – Die zum krisengeschüttelten US-Versicherer AIG
gehörende weltgrößte Flugzeug-Leasinggesellschaft ILFC
braucht einem Zeitungsbericht zufolge neue Milliardenkredite vom Staat. Das
frische Geld solle den von AIG angestrebten Verkauf der Leasinggesellschaft
erleichtern, berichtete die “Financial Times” am Mittwoch. ILFC ist der größte
Kunde der Flugzeugbauer Airbus und Boeing. Ein Ausfall wäre für die Hersteller
dramatisch.
Der weitgehend verstaatlichte und mit rund 180 Milliarden Dollar gestützte
AIG-Konzern muss sich zu seiner Rettung von großen Sparten trennen. ILFC ist
profitabel, benötigt aber für sein Leasinggeschäft viel flüssiges Kapital. Der
Zugang dazu ist durch die AIG-Probleme und durch die Finanzkrise massiv
erschwert. Das Unternehmen verhandle daher gerade mit der US-Notenbank Fed über
eine Kreditlinie von fünf Milliarden Dollar, so die “Financial Times”.
168 FLUGZEUGE BESTELLT
Über den Verkauf führe ILFC bereits fortgeschrittene Gespräche mit drei
Gruppen privater Beteiligungsgesellschaften. Ohne eine gesicherte Finanzierung
des laufenden ILFC-Geschäfts sei eine Übernahme allerdings recht
unwahrscheinlich, so die Zeitung. Zu den Interessenten zählten die
Private-Equity-Firmen Carlyle Group, Thomas H. Lee Partners und Greenbriar
Equity Group. Auch Staatsfonds sollen früheren Berichten zufolge zu den
potenziellen Käufern gehören.
Der Leasing-Riese hat derzeit 168 Flugzeuge in einem Gesamtwert von 16,7
Milliarden Dollar bei der EADS -Tochter Airbus sowie bei
Boeing in Bestellung. Sie sollen bis 2019 geliefert werden,
ein guter Teil davon noch im laufenden Jahr.
AIG hatte erst Ende März nach eindringlichen Warnungen von ILFC vor einer
Pleite die weitere Unterstützung der Tochter auch durch die erhaltenen
Staatshilfen bekräftigt. Viele Fluggesellschaften leasen Maschinen über ILFC, um
ihre eigenen Kapitalreserven zu schonen./fd/DP/nl
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