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ROUNDUP/Medien: Morgan Stanley in Fusionsgesprächen – Auch WaMu zum Verkauf

NEW YORK (dpa-AFX) – Nach einem dramatischen Kurssturz ringt nun auch die
vorletzte große US-Investmentbank Morgan Stanley um ihre
Zukunft. Das traditionsreiche Investmenthaus verhandelt laut US-Medien mit dem
viertgrößten US-Finanzkonzern Wachovia über eine Fusion.
Parallel versuche die Bank aber weiter, ihre Unabhängigkeit zu retten. Dazu
spreche Morgan Stanley mit dem chinesischen Staatsfonds CIC über eine
Aufstockung seiner Beteiligung auf bis zu 49 Prozent.

Auch Branchenprimus Goldman Sachs kam wegen des
Kursverfalls am Donnerstag immer stärker unter Druck. Die durch die Kreditkrise
angeschlagene größte US-Sparkasse Washington Mutual stellte
sich zudem Berichten zufolge ebenfalls zum Verkauf und begann bereits Gespräche.
Die Aufsichtsbehörden nehmen unterdessen immer stärker Spekulanten ins Visier,
die für die drastischen Einbrüche an den Börsen mit verantwortlich seien.

CNBC: ‘FORTGESCHRITTENE GESPRÄCHE’ ZWISCHEN MS UND WACHOVIA

Goldman Sachs und Morgan Stanley sind die letzten verbliebenen unabhängigen
US-Investmentbanken von einst fünf Häusern. Lehman Brothers
stürzte erst zu Wochenbeginn am “schwarzen Montag” der US-Finanzbranche in die
Insolvenz. Merrill Lynch rettete sich am selben Tag durch
eine Übernahme in die Arme der Bank of America .

Wachovia und Morgan Stanley führten bereits “fortgeschrittene Gespräche”
über einen Zusammenschluss, so der US-Wirtschaftssender CNBC. Es seien
Fusionsteams gebildet und Treffen anberaumt worden. Als weitere potenzielle
Partner für Morgan Stanley gelten laut Medien die britische Bank HSBC Holdings
sowie die chinesische Finanzgruppe CITIC. Die
amerikanische Citigroup soll bereits abgelehnt haben.

‘WSJ’: MACH BESTÄTIGT MITARBEITERN GESPRÄCHE MIT WACHOVIA UND CIC

Vor einer Mitarbeiterversammlung in der New Yorker Konzernzentrale
bestätigte Morgan-Stanley-Chef John Mack dem “Wall Street Journal” zufolge die
Verhandlungen mit Wachovia und auch die alternativen Gespräche mit
dem chinesischen Staatsfonds CIC. Die China Investment Corporation war bereits
Ende vergangenen Jahres mit zehn Prozent bei Morgan Stanley eingestiegen.

Morgan-Stanley-Chef John Mack hatte einen Verkauf seines 73 Jahre alten
Traditionshauses erst in dieser Woche noch ausgeschlossen. Mit scharfen Attacken
gab er Spekulanten die Schuld am Absturz von Morgan Stanley an der Börse. Die
US-Börsenaufsicht SEC verschärfte erst am Mittwoch die Vorschriften für Wetten
auf fallende Kurse drastisch. Auch sie macht bestimmte extreme Praktiken von
Spekulanten für die Kursstürze verantwortlich.

MS-AKTIE BRICHT WEITER EIN

Die Aktie von Morgan Stanley brach am Donnerstag weiter ein, bis zwei
Stunden vor Handelsschluss verlor sie rund 20 Prozent. Papiere von Goldman Sachs
büßten knapp zehn Prozent ein.

Bei der US-Sparkasse Washington Mutual (WaMu) zählen Berichten zufolge
ebenfalls HSBC sowie die US-Häuser Citigroup, JPMorgan und
Wells Fargo zu den möglichen Käufern. JPMorgan hatte vor
einigen Monaten schon einmal ein Übernahmeangebot abgegeben, war aber
abgeblitzt.

ÜBERNAHMESPEKUKATION TREIBT WAMU-KURS KRÄFTIG NACH OBEN

Über einen Verkauf war bereits mehrfach spekuliert worden. WaMu hatte dies
aber stets als nicht nötig zurückgewiesen. Die Sparkasse steht angesichts ihrer
Milliardenverluste seit gut einer Woche unter verschärfter Kontrolle der
Aufsichtsbehörden. Sie wechselte zudem ihren Chef aus.

Die Übernahmespekulationen trieben den WaMu-Kurs am Donnerstag um mehr als
20 Prozent nach oben. In den Vortagen hatte WaMu ebenfalls drastisch an Wert
verloren, was die Probleme der Sparkasse nochmals verschärfte./fd/DP/he

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