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18:08 | 25.11.2009
ROUNDUP/’Welt’: EADS-Militärtransporter A400M wird 5 Mrd Euro teurer

BERLIN – Der Militärtransporter A400M wird laut einem Pressebericht deutlich
teurer als vertraglich vereinbart. Die EADS -Tochter Airbus
habe die Zusatzkosten für das Rüstungsprojekt auf eine Größenordnung von fünf
Milliarden Euro beziffert, berichtet die Tageszeitung “Die Welt” (Donnerstag)
unter Berufung auf Verhandlungskreise. Eine weitere mit dem Vorgang vertraute
Person habe die Summe auf 5,5 Milliarden Euro beziffert. EADS warnte indes vor
“Missinterpretationen von aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen”, solange die
Verhandlungen mit den Erstkunden und der europäischen Behörde Occar noch liefen.
Ein Konzernsprecher wollte den Bericht auf Nachfrage allerdings auch nicht als
falsch zurückweisen.

Derzeit beraten die Bestellnationen mit dem Airbus-Mutterkonzern EADS über
die Zukunft des A400M-Programms. Deutschland, Frankreich und weitere europäische
Länder haben 180 Maschinen bestellt. In einem Vertrag war ein Festpreis von 20
Milliarden Euro für das Projekt vereinbart. Eine Zusatzforderung von fünf
Milliarden Euro entspräche also einer Verteuerung um 25 Prozent.

DREI JAHRE VERSPÄTUNG

Der A400M ist bisher mindestens drei Jahre verspätet. Der Erstflug soll um
den Jahreswechsel herum stattfinden. Noch ist unklar, wie die Mehrkosten
verteilt werden. Sowohl Airbus als auch die Bestellnationen haben erklärt, dass
sie bis Neujahr eine Lösung präsentieren wollen. EADS hat bereits 2,4 Milliarden
Euro für den A400M zurückgestellt. Das Unternehmen warnte allerdings erneut
davor, dass bei Fortführung des Programms für die Rückstellungen eine “große
Bandbreite” möglich sei. Wie hoch die Belastung für den Konzern tatsächlich
ausfällt, hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab.

Dem Bericht zufolge sind die Bestellnationen offenbar bereit, einen Teil der
Mehrkosten zu übernehmen. Zwar solle der bestehende Vertrag nicht aufgeschnürt
werden, allerdings könne der Preis aufgrund einer “Preiseskalationsformel” wegen
“veränderter Rahmenbedingungen” angepasst werden. Andererseits könnten die
Staaten auf eine üblicherweise vereinbarte Beteiligung an Exporteinnahmen
verzichten. Darüber hinaus könnten einzelne Länder EADS noch entgegenkommen,
wenn sie weniger Maschinen als vertraglich vereinbart abnehmen, aber trotzdem
den vollen Preis überweisen. Der “Welt” zufolge ist für Anfang Dezember ein
weiteres Treffen der zuständigen Staatssekretäre vereinbart./stw/wiz


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