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11:16 | 08.03.2018
ROUNDUP/’WSJ’: US-Krankenversicherer Cigna will Express Scripts kaufen

NEW YORK (dpa-AFX) – Im US-Gesundheitssektor bahnt sich die nächste Milliardenübernahme an. Der Krankenversicherer Cigna will dem “Wall Street Journal” (WSJ) zufolge den auf Preisverhandlungen spezialisierten Dienstleister Express Scripts schlucken. Die Transaktion könnte ein Volumen von 50 Milliarden Dollar (40 Mrd Euro) oder mehr haben, berichtete die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Express Scripts kommt derzeit auf einen Börsenwert von 41 Milliarden Dollar. Cigna selbst kam zuletzt auf eine Marktkapitalisierung von 47 Milliarden Dollar. Wie genau der Deal ausgestaltet sein soll, sei nicht in Erfahrung zu bringen gewesen, schrieb die Zeitung. Die Pläne könnten aber noch am Donnerstag bekanntgemacht werden.

Im US-Gesundheitssektor war es in den vergangenen Monaten und Jahren als Folge der noch von US-Präsident Barack Obama angestoßenen Reformen zu vielen Übernahmen gekommen. So hatte Ende 2017 die Drogerie- und Apothekenkette CVS die Übernahme des Krankenversicherers Aetna für rund 77 Milliarden Dollar inklusive Schulden angekündigt. Andere Transaktionen wurden von den Aufsichtsbehörden untersagt.

So musste Aetna Anfang 2017 wegen Bedenken der US-Kartellwächter die milliardenschwere Übernahme des Rivalen Humana abblasen. Wenige Wochen später hatte ein Gericht auch den geplanten Kauf des Krankenversicherers Cigna durch den größeren Konkurrenten Anthem wegen kartellrechtlicher Bedenken verboten.

Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit. Die Versicherungsverträge aus dem Obamacare-Programm, die über die vom vorigen US-Präsident Barack Obama initiierten Online-Marktplätze vermittelt werden und Millionen Menschen überhaupt erst die Chance auf eine Krankenversicherung brachten, haben sich für viele Anbieter als Verlustbringer erwiesen. Der größte US-Krankenversicherer UnitedHealth hat sich deshalb aus diesem Geschäft zurückgezogen.

Die horrenden Krankheitskosten riefen im Januar drei Schwergewichte der US-Wirtschaft auf den Plan. Der Online-Handelsriese Amazon , die größte US-Bank JPMorgan Chase und Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway kündigten dazu die Gründung einer unabhängigen und nicht gewinnorientierten Firma an. Sie soll technische Lösungen finden, um Mitarbeitern simplere und günstigere Gesundheitsvorsorge zu bieten.

“Die steigenden Gesundheitskosten fressen sich wie ein Bandwurm durch die US-Wirtschaft”, sagte Starinvestor Buffett. Man habe zwar noch keine Lösung für dieses Problem, sei aber auch nicht bereit, es als unausweichlich hinzunehmen. JPMorgan-Chef Jamie Dimon nannte es das gemeinsame Ziel, “Lösungen zugunsten unserer US-Angestellten, ihrer Familien und – möglicherweise – aller Amerikaner zu finden”. Die Menschen wollten “Transparenz, Kenntnis und Kontrolle”./stw/zb/jha/


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