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16:48 | 09.06.2016
ROUNDUP/Zeitweises Aus für Ferienflieger: Kassel Airport ohne Winterflugplan

CALDEN/KASSEL (dpa-AFX) – Keine regelmäßigen Ferienflüge mehr ab Kassel: Der krisengeschüttelte Regionalflughafen in Nordhessen kann keinen Winter-Flugplan anbieten. Der Airport habe in Verhandlungen mit mehreren Fluggesellschaften das von diesen geforderte finanzielle Risiko nicht tragen können, sagte Flughafenchef Ralf Schustereder am Donnerstag. Einzelne Sonderflüge sowie Frachtflüge seien aber ganzjährig geplant. Die Opposition im Landtag forderte die schwarz-grüne Landesregierung zum Handeln auf.

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) verteidigte das Verhalten des Flughafens. Es sei zwar bedauerlich, dass es im Winter kein regelmäßiges touristisches Flugangebot gebe, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende. Man dürfe aber nicht auf jede Forderung von Fluggesellschaften eingehen. “Aufgrund der geopolitisch schwierigen Lage in vielen Ferienregionen, etwa der Türkei, möchten manche Anbieter das Risiko auf die Flughäfen abwälzen. Da macht Kassel Airport aus guten Gründen nicht mit”, sagte Schäfer. Zudem seien die geforderten Risikobeteiligungen nicht mit EU-Recht vereinbar.

Schustereder sagte, Ziel sei es nun, ein frühes Sommerprogramm zu fliegen. “Wir wollen eine Schippe drauflegen.” Gespräche mit Fluggesellschaften liefen auf den 1. März 2017 hinaus. Schustereder versicherte, die von der Landesregierung geforderte Reduzierung des Defizits von zehn Prozent pro Jahr könne erreicht werden. Minister Schäfer betonte, der Flughafen werde wie verabredet kommendes Jahr auf den Prüfstand gestellt.

Schon der Bau des mittlerweile 282 Millionen Euro teuren Airports war umstritten, eröffnet wurde der chronisch defizitäre Flughafen im April 2013. Der Airport-Chef erklärte, unter anderem im Frachtgeschäft ein zweites Standbein aufbauen zu wollen.

Die SPD-Fraktion im Wiesbadener Landtag verlangte von der Landesregierung eine Gesamtstrategie für den Flughafen. “Wir haben das Gefühl, dass CDU und Grüne beim Flughafen Kassel-Calden eher gegeneinander als miteinander arbeiten”, erklärte der Abgeordnete Marius Weiß. Dies muss auch im Interesse der Beschäftigten und der Region ein Ende haben. Die Linken sahen sich in ihrer Kritik bestätigt: “Wir haben von Anfang an gesagt, das ist ein Nonsens-Projekt, das kein Mensch braucht”, sagte ein Fraktionssprecher. Die Subventionierung müsse ein Ende haben.

Die Grünen-Fraktion unterstrich, das Betriebskonzept werde wie im Koalitionsvertrag festgelegt ergebnisoffen geprüft. Die Zuschüsse müssten wie vereinbart sinken. “Leider steckt im neu gebauten Verkehrsflughafen viel Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Deshalb muss es nun vor allem um Schadensbegrenzung gehen”, sagte die Abgeordnete Karin Müller.

Zuletzt waren millionenschwere Vergabefehler beim Bau des Regionalflughafens ans Licht gekommen. Gegen Schustereder wird zudem wegen möglicher Untreue ermittelt. Dabei soll es um Flugreisen für eine Mitarbeiterin einer ägyptischen Gesellschaft gehen./lin/DP/mis


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