12:40 | 22.06.2009
Schlechte Noten für Gesundheitsfonds
BERLIN (dpa-AFX) – Die Bürger stellen der Gesundheitspolitik der großen
Koalition insgesamt ein schlechtes Zeugnis aus. 51 Prozent sehen die Absicherung
bei Krankheit durch die gesundheitspolitischen Veränderungen verschlechtert, wie
eine Umfrage im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ergab. Die
Forschungsgruppe Wahlen hatte im März mehr als 2000 erwachsene Bundesbürger
befragt.
In der Kritik steht vor allem der Gesundheitsfonds, in dem die Beiträge
aller gesetzlich Versicherten gesammelt werden. Eine Mehrheit von 51 Prozent
fürchtet eine schlechtere gesundheitliche Versorgung durch den Fonds – nur 5
Prozent erwarten Verbesserungen. 38 Prozent erwarten keine Veränderungen, wie
die KBV am Montag in Berlin berichtete. Die Zahlen beziehen sich auf alle
Befragten, die vom Fonds schon einmal gehört hatten. Das sind 78 Prozent.
Auch die Hausarztprogramme, die die Koalition bis Ende dieses Monats für
alle Kassen zur Pflicht gemacht hat, erhalten ernüchternde Noten. Von den
Versicherten, die daran teilnahmen, gaben 69 Prozent an, es habe sich nichts
verändert. 14 Prozent sagen, ihre Versorgung habe sich dadurch verschlechtert.
13 Prozent sehen Verbesserungen.
Insgesamt 77 Prozent der Bürger sprechen von einer guten oder sehr guten
Absicherung im Krankheitsfall – bei den gesetzlich Versicherten 75, bei den
Privatversicherten 90 Prozent./bw/DP/jha/
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