AGENTURMELDUNGEN

14:14 | 05.01.2011
Studie: Elektroautos schaffen in den nächsten 20 Jahren 110.000 Jobs in Europa

DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Die künftigen Elektroautos bieten laut einer Studie
Chancen für den Arbeitsmarkt in Europa. Bis zum Jahr 2030 könnten durch die
Wagen mit elektrischem Antrieb 110.000 neue Jobs in Europa entstehen, schreibt
das Beratungsunternehmen McKinsey in einer aktuellen Studie. Allerdings werde es
dabei zu deutlichen Verschiebungen kommen: Während die Zahl der Arbeitsplätze in
der Produktion mechanischer Teile abnimmt, werden Fachkräfte und Ingenieure in
den Bereichen Chemie und Elektronik der Studie zufolge stark gesucht.

Insgesamt dürfte die Bedeutung der Einheit aus Motor und Getriebe nach
Meinung der Experten weiter zunehmen. “Der Anteil des Antriebsstrangs an den
Gesamtkosten eines Autos wird von 25 Prozent auf über 30 Prozent wachsen”, sagt
McKinsey-Partner Andreas Tschiesner. Dabei werde jedoch die Exportquote
deutscher Antriebstechnologie, die traditionell bei den klassischen
Verbrennungsmotoren stark ist, eher sinken.

Vorerst dürfte der Verbrennungsmotor aber der vorherrschende Antrieb
bleiben, zeigen sich Experten und Automanager einig. Noch 2030 werden der Studie
zufolge weiterhin in drei von vier Autos Verbrennungsmotoren zum Einsatz kommen.
Dabei arbeitet der Verbrennungsmotor aber vielfach nicht allein. 2030 werden
schon in zwei von drei Autos Elektromotoren ihren Dienst tun. Damit stehen die
Autohersteller vor der Herausforderung, die parallelen Entwicklungen zu
schultern: Verbrennungsmotoren sollen immer weniger verbrauchen, die
Elektrifizierung des Antriebs muss zur Serienreife entwickelt werden. Sie hat
viele Gesichter, vom reinen Elektroantrieb über Versionen mit kleinem
Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung (range extender) bis zu
Hybridmodellen, bei denen den E-Motoren eher eine unterstützende Funktion
zukommt.

Um sich nicht zu verzetteln, raten die McKinsey-Experten, die Produktion der
Batteriezellen spezialisierten Zulieferern zu überlassen. Die Autohersteller
sollten sich aber selbst darum kümmern, wie die Zellen zu Akkus zusammengefasst
und gesteuert werden. Dabei käme es zur klassischen Arbeitsteilung zwischen
Herstellern und Zulieferern. Mit staatlicher Förderung dürften die Hersteller
hierzulande derzeit nicht rechnen. Direkte Subventionen für den Aufbau von
Batteriefabriken hinkten in Deutschland deutlich hinter anderen
Wirtschaftsregionen hinterher, sagt Tschiesner und verweist beispielsweise auf
die Initiativen von US-Präsident Barack Obama.

“Derzeit befinden wir uns noch in einem größeren Feldversuch”, räumt der
Mitautor der Studie ein. Bislang gebe es noch wenige Erfahrungen mit
batteriebetriebenen Fahrzeugen, beispielsweise wenn die Außentemperaturen stark
schwanken. Der Stuttgarter Autobauer Daimler starte erst gerade die
Batterieproduktion zusammen mit seinem Partner Evonik. Der von BMW
ausgewählte Batteriehersteller SB Limotive, ein Gemeinschaftsunternehmen von
Bosch und Samsung , habe erst wenige Tausend Stück für den
Einsatz in Fahrzeugen hergestellt. “Die Übergangsphase wird 10 bis 15 Jahre
dauern, bis die Batterien zu einem Massenartikel werden”, sagt Tschiesner.

Bislang seien Elektroautos nur in minimalen Stückzahlen auf den Straßen
unterwegs. 2011 gehen vor allem französische und japanische Hersteller mit neuen
Serienmodellen an den Start. Von ihnen trauen die Experten dem Nissan
Leaf den größten Markterfolg zu./dct/nmu/tw


Weitere Meldungen
20.05.2011 DJ VW will in 3 Jahren Elektroautos in Japan einführen – Nikkei
24.05.2010 Ford schafft 220 Jobs für Bau von Elektroautos
19.04.2010 Studie: In zehn Jahren 500 000 neue Jobs in Berlin möglich

 

NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unseren
aktuellen Newsletter

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

19:09 Uhr | 24.05.2012
Wowereit bestreitet Versagen im ...


19:05 Uhr | 24.05.2012
Odersun-Beschäftigte erhalten ...


17:57 Uhr | 24.05.2012
Berggruen bietet angeblich für ...


17:16 Uhr | 24.05.2012
Flugzeugsitzhersteller Recaro will ...


17:14 Uhr | 24.05.2012
Chemie-Tarifkompromiss sorgt für ...