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Telekom soll auch Festnetzanschlüsse ausgespäht haben
DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Die Spitzelaffäre der Deutschen Telekom
zieht anscheinend immer weitere Kreise. Der Bonner Oberstaatsanwalt Friedrich
Apostel bestätigte auf Anfrage, es gebe inzwischen Hinweise darauf, dass auch
Festnetzanschlüsse von den Bespitzelungen betroffen seien. Das “Handelsblatt”
(Donnerstagausgabe) hatte zuvor berichtet, dass bei der Suche nach undichten
Stellen im Konzern auch die Festnetzanschlüsse von Journalisten überprüft
wurden. Bislang war nur von Mobilfunkverbindungen die Rede gewesen.
Dem Bericht zufolge sind neben dem privaten Festnetzanschluss eines
Redakteurs auch dessen Büroanschluss und der eines Kollegen ausgespäht worden.
Außerdem seien die Mobilfunkverbindungen der beiden Journalisten überprüft
worden. Bei den Anschlüssen handelte es sich dem Bericht zufolge pikanterweise
teilweise nicht um Anschlüsse der Deutschen Telekom. Die betroffenen Festnetz-
und Mobilfunkbetreiber bestreiten allerdings, Kundendaten weitergegeben zu
haben. Nach den Worten des neuen Datenschutz-Vorstands Manfred Balz waren beim
Versuch, den Diebstahl von 17 Millionen Kundendaten aufzuklären, auch
Informationen von einem deutschen Mobilfunkbetreiber weitergegeben wurden.
Technisch könnte die Telekom dem “Handelsblatt” zufolge auch ohne Hilfe der
Konkurrenten die Verbindungen ins eigene Netz nachvollziehen.
INZWISCHEN 60 BETROFFENE
Insgesamt hat sich der Kreis der Betroffenen laut Staatsanwaltschaft
inzwischen auf 60 Personen ausgeweitet. Allerdings sind erst rund ein Fünftel
der vorliegenden Daten ausgewertet worden. In der vergangenen Woche war noch von
55 Betroffenen die Rede gewesen. Wie viele davon bereits Strafanzeige gestellt
haben, wurde bislang nicht bekannt gegeben. Neben Journalisten und
Aufsichtsräten gehören auch Mitarbeiter, Betriebsräte und unbeteiligte Dritte
wie der ver.di-Vorstand Frank Bsirske zu den Bespitzelten.
Die Telekom hatte 2005 und 2006 Verbindungsdaten überprüfen lassen, um
undichte Stellen im Konzern über die Weitergabe von vertraulichen Informationen
zu schließen. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen unter anderem
gegen den ehemaligen Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und den ehemaligen
Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel./gr/she
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