6:22 | 15.01.2009
Ukrainische Regierung streitet über neue Gasverhandlungen mit Moskau
MOSKAU/KIEW (dpa-AFX) – In der ukrainischen Regierung herrscht Uneinigkeit
über neue Verhandlungen im Gasstreit mit Russland. Regierungschefin Julia
Timoschenko teilte am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax mit, man
wolle am Samstag in Moskau erneut über Lösungen für die Wiederaufnahme des
Gastransits in die Europäische Union sprechen. Präsident Viktor Juschtschenko
hatte dagegen am Vorabend die Einladung des Kremls zu einem Krisengipfel mit
allen Gas importierenden Ländern am Samstag in Moskau als unpassend bezeichnet.
Die ukrainische Führung wiederholte ihre Haltung, wonach man für die seit
mehr als einer Woche andauernde Totalblockade der russischen Gasexporte keine
Verantwortung trage. Die Weiterleitung russischer Teillieferungen sei in den
vergangenen Tagen aus technischen Gründen nicht möglich gewesen, hieß es in
Kiew. Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat für Samstag zu einem
Gas-Krisengipfel mit den betroffenen EU-Staaten und der Ukraine nach Moskau
eingeladen. Unter anderem sei der amtierende EU-Ratspräsident, Tschechiens
Regierungschef Mirek Topolanek, um eine Teilnahme gebeten worden.
Im Widerspruch zum Moskauer Krisengipfel schlugen Juschtschenko und der
polnische Präsident Lech Kaczynski ihrerseits ein Treffen aller am Gasstreit
beteiligten Konfliktparteien mit den EU-Staats- und Regierungschefs vor. Eine
solche Begegnung zur Lösung der Krise sollte dringendst in Prag organisiert
werden, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung auf der
Internetseite des polnischen Präsidentenamtes in Warschau./sv/DP/zb
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