16:35 | 06.06.2011
UMFRAGE/Union Investment: Zuversicht unter den Anlegern nimmt ab
FRANKFURT (dpa-AFX) – Die Zuversicht unter den Anlegern in Deutschland ist
im zweiten Quartal 2011 gesunken. Dies ist das Ergebnis einer am Montag
veröffentlichten Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment. Der
Untersuchung zufolge glauben nur noch 46 Prozent der Befragten an steigende
Aktienkurse in den nächsten sechs Monaten. Dies seien 12 Prozentpunkte weniger
als im Vorquartal. Die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation sowie der
wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland habe sich ebenfalls verschlechtert.
Giovanni Gay, Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH,
erklärte die nachlassende Zuversicht unter den Anlegern mit der Katastrophe in
Japan, den hohen Energie- und Rohstoffpreisen, der europäischen Schuldenkrise
sowie den politischen Unruhen in den arabischen Ländern: “Diese Ereignisse
dürften die Märkte noch eine Weile beschäftigen und für erhöhte Schwankungen
sorgen.”
Trotz der temporären Konjunkturabschwächung sieht Gay keinen Abbruch des
globalen Wirtschaftsaufschwungs: “Die fundamentalen Bedingungen sind weiterhin
günstig. Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibt gut, auch wenn das
Rückschlagpotenzial wegen der Unsicherheiten zugenommen hat.”
Die Inflationserwartungen der deutschen Anleger bleiben laut Union
Investment im Vergleich zum letzten Quartal unverändert hoch. So befürchteten 90
Prozent steigende Preise in den nächsten sechs Monaten. Nur zehn Prozent gingen
von einem konstanten Preisniveau aus. Keiner der Befragten glaube an sinkende
Preise.
Zudem glaubten im zweiten Quartal 2011 der Umfrage zufolge 54 Prozent der
Anleger an steigende Zinsen in den nächsten sechs Monaten. Dies sei der höchste
Wert seit Beginn der Befragungen im ersten Quartal 2001. “Nach unserer
Einschätzung wird die Europäische Zentralbank den Leitzinssatz bis Ende 2011 auf
1,75 Prozent erhöhen, um den gestiegenen Inflationsrisiken Rechnung zu tragen”,
fuhr Gay fort.
Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut
Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt
werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59
Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das
zweite Quartal 2011 fand in der Zeit vom 2. bis 10. Mai statt./la/stw
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