AGENTURMELDUNGEN

12:43 | 22.06.2010
US-Bundesstaaten verbünden sich gegen Google

HARTFORD (dpa-AFX) – Auch in den USA weht dem Internetkonzern Google
wegen seiner Daten-Sammelwut ein scharfer Wind entgegen.
Mehrere US-Bundesstaaten wollen gemeinsam herausfinden, inwieweit das
Unternehmen mit der Aufzeichnung von ungesicherten WLAN-Verbindungen gegen
Gesetze verstoßen hat. Auch wollen sie sicherstellen, dass sich Derartiges nicht
wiederholt.

Der Generalstaatsanwalt von Connecticut warf Google am Montag ein
“beunruhigendes Eindringen in die Privatsphäre” vor. Der Konzern hatte bei
seinem Street-View-Projekt nicht nur Straßenzüge fotografiert. Die mit Kameras
ausgestatteten Autos fingen auch Daten aus unverschlüsselten Funknetzwerken auf
und speicherten sie. Darunter können auch Passwörter von Webseiten sein oder
Kreditkartennummern.

Google muss sich weltweit wegen der Datensammelei verantworten. In
Deutschland hat sich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) an die Spitze
der Kritiker gesetzt. “Google muss auspacken”, sagte auch Connecticuts
Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal. Er bescheinigte dem Konzern zwar die
Bereitschaft zur Kooperation. “Ihre bisherigen Stellungnahmen haben aber genauso
viele Fragen aufgeworfen wie Antworten gegeben.”

Bei einem Vorgespräch zu den gemeinsamen Ermittlungen haben Vertreter von
mehr als 30 US-Bundesstaaten teilgenommen. Blumenthal geht davon aus, dass
letztlich eine “bedeutende Zahl” von Staaten bei den Untersuchungen mitmacht.

Blumenthal hat Google bereits eine lange Liste von Fragen übersandt. Vor
allem will er wissen, ob Google die gesammelten Daten ausgewertet hat und wenn
ja, mit welchem Ziel. Und er will wissen, warum Google sich in private und
geschäftliche WLAN-Netze eingeklinkt hat, wo das Projekt “Street View” doch
eigentlich nur Straßenzüge fotografieren sollte.

Google hatte in Deutschland von einer Panne gesprochen, den
Datenschutz-Ämtern aber zunächst Einblick in die tatsächlich gesammelten
Informationen mit dem Argument verweigert, dass zuerst “rechtliche Fragen” zu
klären seien. Mittlerweile ermittelt auch hierzulande der
Staatsanwalt./das/DP/she


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