12:06 | 11.07.2008
WDH/Aktien Europa: Leichte Verluste – Ölpreis belastet
PARIS/LONDON (dpa-AFX) – An den europäischen Aktienmärkten haben die
führenden Indizes am Freitag ihre Auftaktgewinne wegen deutlich steigender
Ölpreise wieder abgegeben und sind leicht ins Minus gerutscht. Der EuroSTOXX 50
verlor 0,34 Prozent auf 3.270,62 Punkte. Der STOXX 50 gab
0,12 Prozent auf 2.829,60 Zähler nach. In London stieg der FTSE 100
dagegen noch um 0,19 Prozent auf 5.417,10 Punkte. Der CAC-40-Index
rutschte 0,13 Prozent auf 4.225,92 Zähler.
Zunächst habe vor allem die positive Vorgabe der US-Märkte für einen
freundlichen Start gesorgt, hieß es. Dann habe allerdings ein starker Anstieg
des Ölpreises für ein schnelles Ende der Kauflaune gesorgt, hieß es. Der
US-Ölpreis sprang im Vormittagshandel deutlich über die Marke von 143 US-Dollar
und rückte damit wieder in die Reichweite seines Höchstwertes über 145 Dollar.
Der Future auf den US-Leitindex stand hingegen im Mittagshandel weiterhin leicht
über dem Stand zum Zeitpunkt des Börsenschluss an den europäischen Aktienmärkten
vom Vortag.
An der Börse in Zürich sprangen die Aktien von Zurich Financial Services
(ZFS) um 7,15 Prozent nach oben auf 269,75 Franken und
waren damit Spitzenwert im Swiss-Market-Index (SMI). ZFS hatte am
Donnerstagabend den Verzicht auf den Kauf der Versicherungsaktivitäten der Royal
Bank of Scotland (RBS) bekannt gegeben und am Morgen über
eine größere Akquisition in Spanien berichtet. ZFS übernimmt 50 Prozent der
Versicherungssparte der Banco Sabadell. Mit dem Rückzug bei RBSi sei bei ZFS ein
großer Unsicherheitsfaktor, der zuletzt auf der Aktie lastete, weggefallen, hieß
es seitens der Deutschen Bank. Die Experten der Bank Wegelin meinten, nun seien
die Ängste über einen zu hohen Kaufpreis für die RBS-Sparte ausgestanden.
Zu den großen Verlierern am Markt zählten die Aktien des Reifenherstellers
Michelin . Nach einem negativen Analystenkommentar rutschten
die Papiere 2,29 Prozent auf 44,82 Euro. Die Analysten von Exane BNP Paribas
haben die Papiere von “Neutral” auf “Underperform” zurückgestuft und das
Kursziel auf 44 Euro festgelegt.
Unter den einzelnen Werten stand vor allem die Aktie des europäischen
Rüstungs- und Raumfahrtkonzerns EADS im Mittelpunkt des
Interesses. EADS will eine Korrektur seines Gewinnziels nicht ausschließen. Als
Grund wurde der anhaltende Dollarverfall genannt. Zudem senkten Analysten der
Schweizer UBS das Kursziel für EADS-Aktien von zuvor 14,50 auf 11,00 Euro. Nach
frühen Kursgewinnen sind die Papiere der EADS mit dem Marktabgerutscht und gaben
0,33 Prozent auf 11,99 Euro nach.
Die Aktien des großen europäischen Stahlunternehmens ArcelorMittal
konnten sich dagegen deutlich im Plus halten mit
einem Aufschlag von 1,28 Prozent bei 57,00 Euro. Zuvor hallten sie allerdings
noch deutlich über zwei Prozent zulegten. Börsianer verwiesen auf eine Studie
der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Die Analysten erhöhten
ihre Prognosen für die Stahlpreise.
Französische Bankenwerte standen ebenfalls im Blick. Die Citigroup hatte die
Aktien der Societe Generale zum Verkauf empfohlen und das
Kursziel von zuvor 62 Euro auf 50 Euro gesenkt. Die Aktien rutschten um 0,57
Prozent auf 54,20 Euro. Die Aktien der Credit Agricole
verloren 1,64 Prozent auf 12,58 Euro und die Papiere der BNP Paribas
sanken um 0,70 Prozent auf 56,91 Euro. Die Citigroup hatte zuvor bei
beiden Werten die Kursziele ebenfalls zum Teil deutlich gesenkt.
An der Börse in London konnten die Aktien des Ölkonzerns BP
dagegen mit einem Plus von 2,27 Prozent auf 552,50 Pence im
Mittagshandel kräftig zulegen. Analysten der Citigroup hatten die europäischen
Öl- und Gasbranche am Morgen in einer Sektorstudie nach oben gestuft. Und
schließlich sprangen die Aktien von Thomas Cook 3,00 Prozent auf 189,10 Pence
nach oben. Der Reisekonzern und die Fluggesellschaft Air Berlin hatten
zuvor ihre Pläne für eine Fusion zwischen der Fluggesellschaft Condor und Air
Berlin aufgegeben. Ein entsprechender Antrag an das Bundeskartellamt sei am
Freitag zurückgezogen worden./jkr/ck
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