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9:27 | 05.08.2010
WDH/ROUNDUP: Commerzbank kündigt für 2010 schwarze Zahlen

(Im vierten Absatz wurde ein Wort ergänzt)

FRANKFURT (dpa-AFX) – Die staatlich gestützt Commerzbank hat für
dieses Jahr schwarze Zahlen angekündigt. “Stand heute werden wir 2010 mit Gewinn
abschließen und so mit Rückenwind in das Jahr 2011 starten”, sagte
Commerzbank-Finanzvorstand Eric Strutz am Donnerstag in Frankfurt laut
Mitteilung. Sowohl 2008 als auch 2009 hatte die Commerzbank wegen der Übernahme
der Dresdner Bank und der Finanzkrise ein Minus in mehrfacher Milliardenhöhe
verbuchen müssen. Zur Bedingung für die Prognose macht der Finanzvorstand
allerdings weiterhin, dass es im zweiten Halbjahr zu keinen Verwerfungen an den
Finanzmärkten und in der Konjunktur kommt. Ursprünglich hatte Commerzbank-Chef
Martin Blessing einen Gewinn spätestens für 2011 geplant.

Die Aktie legte im vorbörslichen Handel kräftig zu. Analysten hatten mit
einer solchen Ankündigung gerechnet, da die Bank in den ersten sechs Monaten
bereits wieder einen Gewinn erzielte. Dieser fiel mit etwas mehr als einer
Milliarden Euro höher aus als erwartet. Im zweiten Quartal stand unterm Strich
ein Gewinn von 352 Millionen Euro. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit
lediglich 144 Millionen Euro gerechnet. Die Kernkapitalquote (Tier 1) lag Ende
Juni bei 10,8 Prozent.

RISIKOVORSORGE SINKT WEITER

In der Jahreshälfte profitierte die zweitgrößte deutsche Bank von der
Erholung an den Märkten und deutlich geringeren Belastungen aus faulen Krediten.
Der Zinsüberschuss bewegte sich im zweiten Quartal mit 1,86 Milliarden Euro auf
dem Niveau des starken ersten Quartals. Der Provisionsüberschuss ging hingegen
gegenüber Vorjahr und Vorquartal zurück. Das Handelsergebnis verfünffachte sich
mit 337 Millionen Euro fast, den starken Wert des ersten Quartals (850 Mio Euro)
konnte die Commerzbank aber nicht wiederholen. Die Schuldenkrise im Euroraum und
die damit verbundenen Verwerfungen an den Finanzmärkten forderte wie schon bei
anderen Großbanken Tribut.

Doch die Kosten für faule Kredite konnte die Commerzbank deutlich
zurückschrauben. Mit 639 Millionen Euro im zweiten Quartal und 1,3 Milliarden
Euro im ersten Halbjahr lag der Wert deutlich unter dem Vorjahresniveau. Für das
Gesamtjahr ist Finanzvorstand Strutz jetzt optimistischer als zuletzt. Die
Risikovorsorge dürfte das Ergebnis im laufenden Jahr jetzt nur noch mit bis zu 3
(2009: 4,2) Milliarden belasten. Bislang hatte die Commerzbank mit 3,8
Milliarden Euro gerechnet.

KERNGESCHÄFT PROFITABEL – PRIVATKUNDEN SCHWACH

Im Kerngeschäft entwickelte sich das Privatkundengeschäft schwach: Der
operative Gewinn ging auf 20 Millionen Euro zurück, nach 61 Millionen Euro im
Vorjahr. Grund dafür war der Verkauf von Tochtergesellschaften, aber auch die
Dresdner-Integration, die Personal bindet. Die Mittelstandsbank konnte ihren
operativen Gewinn unterdessen verdreifachen. Das Osteuropageschäft warf wie
schon im ersten Quartal einen schmalen Gewinn ab. Die Investmentbank steigerte
das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich.

Verluste machten hingegen der nicht mehr zum Kerngeschäft gehörende Bereich
Asset Based Finance (ABF). Ein Minus im Ergebnis aus Finanzanlagen und
Belastungen in der gewerblichen Immobilienfinanzierung sorgten für das Minus.
Der Bereich PRU (Portfolio Restrucuring Unit), wo die Bank ihre toxischen
Papiere gebündelt hat, warf hingegen einen Gewinn ab. Das soll auch auf das
Gesamtjahr so sein. Der Abbau der Problembestände habe sich aber wegen der
schwierigen Marktbedingungen etwas verlangsamt./ang/zb


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