12:11 | 30.07.2009
WDH/ROUNDUP: HUGO BOSS kämpft im ersten Halbjahr mit Konsumflaute
METZINGEN (dpa-AFX) – Der Modekonzern HUGO BOSS hat auch im
ersten Halbjahr mit der Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu kämpfen gehabt.
Angesichts der Wirtschaftskrise bleibt auch Mode im gehobenen Preissegment
zunehmend in den Regalen liegen. Vor allem der europäische Markt entwickelte
sich schwach. Konzernweit sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten um fünf
Prozent auf 788 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 18 Prozent auf 76
Millionen Euro. Belastet hatten dabei unter anderem die Kosten für die
Schließung von unrentablen Geschäften. Der Überschuss lag mit 47,7 Millionen
Euro um 19 Prozent unter dem Vorjahreswert. Analysten hatten hier mit etwas mehr
Gewinn gerechnet. Im saisonal schwachen zweiten Quartal weitete der Konzern sein
Verluste aus. Die Aktie gewann im MDAX der mittelgroßen Werte 3,06
Prozent auf 19,21 Euro. Ein Börsianer führte charttechnische Gründe für das
Kursplus an.
Laut HUGO BOSS hielt sich vor allem der Großhandel angesichts der trüben
Konjunkturaussichten mit Bestellungen zurück. In eigenen Geschäften konnte HUGO
BOSS hingegen zulegen. Federn lassen musste der Konzern in Europa, auch wegen
erheblicher Finanzierungsprobleme osteuropäische Kunden. Europaweit sank der
Umsatz um acht Prozent auf 540 Millionen Euro, auf das Konto von Osteuropa ging
ein Minus von 35 Prozent. Auch der deutsche Markt schwächelte in den ersten
sechs Monaten, immerhin konnte HUGO BOSS die Rückgänge im zweiten Quartal aber
deutlich verlangsamen. Besser liefen die Geschäfte für HUGO BOSS auf dem
amerikanischen Kontinent, was in erster Linie aber an günstigen Währungseffekten
lag. In Asien hielten sich die Umsätze stabil.
SCHWIERIGES JAHR
HUGO BOSS hat sich bereits auf ein schwieriges Jahr eingestellt und will
deshalb vor allem die Kosten im Zaum halten. Die geplanten Investitionen wurden
gesenkt und die Zahl der Neueröffnungen verringert. Unrentable Geschäfte werden
geschlossen. Abläufe in der Logistik, Produktion und Beschaffung will der
Konzern vereinfachen und bei seinen Lieferanten sparen. In Deutschland wurden
zudem 150 Stellen gestrichen.
Für 2009 geht HUGO BOSS von rückläufigen Umsätzen aus. Die um Sondereffekte
operative Marge soll aber steigen. Bei einer Besserung der Konjunktur rechnet
HUGO BOSS 2010 wieder mit einer positiven Geschäftsentwicklung./she/gr/tw
|