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17:26 | 02.10.2008
WDH/’WELT’: Rettungspaket für Hypo Real Estate in Gefahr – HRE: Kein Kommentar

BERLIN (dpa-AFX) – Das Rettungspaket für den angeschlagenen
Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) ist einem Pressebericht
zufolge in Gefahr. Die Banken hätten sich bislang nicht darauf einigen können,
wie ihr Anteil von 8,5 Milliarden Euro an der Bürgschaft für einen Kredit in
Höhe von 35 Milliarden Euro verteilt werde, berichtete “WELT Online” am
Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise. Ziel sei es nun, bis Freitagfrüh
einen Kompromiss zu finden. Sollten sich die Parteien nicht einigen, drohe die
Insolvenz des Münchener Immobilienfinanzierers.

Hypo Real Estate wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. “Die
Gespräche laufen”, sagte eine Sprecherin lediglich. Die Aktie büßte im späten
Handel etwa die Hälfte ihrer hohen Tagesgewinne wieder ein.

Derzeit finde in den Räumen der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main
eine Sitzung mit Beteiligung zahlreicher der Finanzbranche statt. “Bei den
heutigen Gesprächen der Vertreter der Kreditwirtschaft und der Versicherungen
geht es um die vertragliche Fixierung des Konsortialkredits, den der deutsche
Finanzsektor der Hypo-Real-Estate-Gruppe am Wochenende in Aussicht gestellt
hatte”, habe ein Sprecher der Bundesbank das Treffen bestätigt.

EINIGUNG AM DONNERSTAG UNKLAR

Im Umfeld der Verhandlungen will sich dem Bericht zufolge niemand darauf
festlegen, ob es tatsächlich noch an diesem Donnerstag zu einer Einigung kommt.
Derweil werde die Situation für die Hypo Real Estate immer kritischer, da unter
anderem ausländische Zentralbanken Gewissheit haben wollten, dass die Bank
weiterhin zahlungsfähig bleibe.

Bundesregierung und Bankenvertreter hatten sich in der Nacht zum Montag in
dramatischen Verhandlungen auf ein Rettungspaket für die Hypo Real Estate
geeinigt, nachdem die Bank in Liquiditätsschwierigkeiten geraten war.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Deutsche-BankChef Josef Ackermann
verständigten sich spät in der Nacht darauf, dass die Kreditwirtschaft maximal
8,5 Milliarden Euro des Risikoschirms von 35 Milliarden Euro übernimmt.

STREIT ZWISCHEN ÖFFENTLICHEN UND PRIVATEN BANKEN

Allerdings hatte Ackermann zu diesem Zeitpunkt laut Bericht offenbar nur die
drei Milliarden Euro sicher, die der Bundesverband deutscher Banken garantierte.
Wie die übrigen 5,5 Milliarden Euro aufgeteilt werden, sei immer noch offen.
Während die DZ Bank dem Vernehmen nach bereit sei, einen Beitrag zu leisten,
stellten sich vor allem die Landesbanken und die Sparkassen quer. Vertreter des
öffentlich-rechtlichen Lagers verwiesen darauf, dass es sich bei der Hypo Real
Estate um eine private Bank handele und deshalb der Bundesverband deutscher
Banken in der Pflicht sei. Drei Landesbanken würden zwar Kredite bereitstellen,
nicht aber mögliche Ausfälle tragen wollen.

Die privaten Banken forderten hingegen, dass sich alle Kreditinstitute
beteiligen, die durch eine Insolvenz der Hypo Real Estate besonders betroffen
wären. “Da sind Banken dabei, die dann das Fünffache dessen zahlen müssten, was
sie jetzt garantieren sollen”, heiße es im Verhandlungsumfeld. Es sei
unvermeidbar, dass diese Häuser sich an der Einigung beteiligen.

Auch der Hypo-Real-Estate-Vorstand Georg Funke solle inzwischen nicht mehr
bereit sein, dem Rettungspaket unter allen Umständen zuzustimmen. In
Finanzkreisen werde darauf verwiesen, dass die Verzögerung nun großen Schaden
anrichtet. “Es spricht nicht für das Krisenmanagement der deutschen
Bankenwirtschaft, wenn jeder auf den anderen hofft”, habe ein Vertreter der
Branche gesagt. “Und mit jedem Tag wird der Schaden größer.”/he/tw


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