19:17 | 26.10.2008
‘WirtschaftsWoche’: SAP plant Verkauf von Outsourcing-Tochter
MÜNCHEN (dpa-AFX) – Der Softwarekonzern SAP will einem
Pressebericht zufolge sein Tochterunternehmen SAP Hosting mit Sitz in St.
Leon-Rot nahe Walldorf verkaufen. Als potenzieller Käufer sei BT
im Gespräch, berichtete die “WirtschaftsWoche” unter Berufung auf
Unternehmenskreise. SAP habe dies nicht kommentieren wollen. SAP Hosting ist dem
Bericht zufolge bisher für das so genannte Outsourcing-Angebot der SAP-Software
verantwortlich. Dabei werde die Software nicht auf dem Rechner beim Kunden
installiert, sondern bei SAP Hosting betrieben, worauf Nutzer dann per Internet
zugreifen könnten. SAP Hosting sollte in Zukunft auch die neue, aber bisher
aufgrund technischer Probleme noch nicht fertig gestellte Mittelstandssoftware
Business By Design zur Miete anbieten, hieß es in dem Bericht weiter.
Um Schwierigkeiten wie bei Business By Design in Zukunft zu vermeiden,
hätten die SAP-Vorstandschefs Henning Kagermann und Léo Apotheker die Taskforce
Readiness for Development ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Die Produktentwicklung
zu beschleunigen und ergebnisorientierter zu machen. Die bisherigen Befunde der
Taskforce seinen ernüchternd: Von 36 Produkten, die SAP in den vergangenen zehn
Jahren angestoßen habe, hätten nur acht mehr als 50 Kunden. Ein teures Desaster:
SAP investiere jährlich rund 14 Prozent des Umsatzes in Forschung und
Entwicklung, allein 2007 seien es fast 1,5 Milliarden Euro gewesen.
Neben technischen Problemen verhinderten auch Vorbehalte potenzieller Kunden
den Start der Mittelstandssoftware Business By Design. Viele Mittelständler
wollten ihre Daten nicht SAP oder einem Drittdienstleister überantworten, wie es
beim Mietbetrieb übers Internet üblich sei. Um die Bedenken zu beseitigen, plane
SAP offenbar ein neues Betriebsmodell. Der Computer mit der SAP-Software, eine
so genannte Appliance, stehe dabei beim Kunden, Support und Wartung kämen per
Fernzugriff von SAP. “Darüber wird gegenwärtig nachgedacht”, habe ein Mitglied
des SAP-Aufsichtsrats gesagt. “Wir prüfen alle Optionen”, so der offizielle
SAP-Kommentar dem Bericht zufolge./he
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