20:55 | 14.09.2011
Zahl der Privatpleiten bleibt auf hohem Niveau
HAMBURG (dpa-AFX) – Die Zahl der Privatinsolvenzen ist im ersten Halbjahr
nur leicht um 0,9 Prozent auf knapp 69.000 Fälle gesunken. Neben vielen jungen
Leuten zwischen 18 und 25 Jahren gerieten auch zunehmend ältere ab 60 in
finanzielle Bedrängnis, teilte die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel am
Mittwoch mit. Deren Quote unter den Schuldnern sei im Vergleich zum ersten
Halbjahr 2010 um 8,9 Prozent gestiegen. Der Anteil der Jüngeren nahm nur um 2,5
Prozent zu. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2009 sei bei dieser
Altersgruppe jedoch ein Anstieg von 51,3 Prozent zu verzeichnen.
“Aktuell bewegen wir uns bei den Privatinsolvenzen nahezu auf dem Rekordniveau
des Vorjahres”, bilanzierte Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin. Eine
Trendwende sei trotz sinkender Arbeitslosigkeit nicht in Sicht.
Die meisten Privatinsolvenzen je 100 000 Einwohner zählte die Auskunftei in
ihrem aktuellen Schuldenbarometer in Bremen (162 Fälle), Hamburg (119),
Niedersachsen (110) und Schleswig-Holstein (108). Der Bundesdurchschnitt lag bei
84 Pleiten je 100 000 Einwohner. Deutlich darunter lagen Bayern (61),
Baden-Württemberg (62) und Thüringen (64).
Bürgel ist nach eigenen Angaben eines der führenden Unternehmen für
Wirtschafts- und Bonitätsinformationen sowie Inkassodienstleistungen. Es
unterhält 60 Büros in Deutschland./bsp/DP/tw
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