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19:41 | 29.03.2009
Zu Guttenberg: Maritime Wirtschaft bleibt Zukunftsbranche

ROSTOCK (dpa-AFX) – Die maritime Branche bleibt nach Einschätzung von
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) trotz der aktuellen
Wirtschaftskrise eine Branche mit hohem Zukunftspotenzial. Es komme nun darauf
an, die Folgen der Krise durch kurzfristig wirksame Maßnahmen zu überbrücken,
erklärte zu Guttenberg am Sonntag zur Eröffnung der 6. Nationalen Maritimen
Konferenz in Rostock in einer vorab verbreiteten Pressemitteilung. Details
dieser Maßnahmen wurden nicht genannt. “Ebenso gilt es, irreparable Schäden und
strukturelle Verwerfungen zu vermeiden”, erklärte der Minister.

Entscheidende Stärken der maritimen Branche seien ihre Innovationskraft und
die Fähigkeit zur dynamischen Weiterentwicklung. Der eingeschlagene Weg,
Deutschland zu einem maritimen Hightech- Standort auszubauen, müsse konsequent
fortgesetzt werden, betonte zu Guttenberg.

SELLERING WILL ZUKUNFTSKONZEPTE

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) forderte die
maritime Wirtschaft in Norddeutschland auf, über die derzeitige Finanz- und
Wirtschaftskrise hinauszudenken. “Die Branche hat langfristig nur eine Chance,
wenn es gelingt, Zukunftskonzepte für wichtige Bereiche zu entwickeln”, erklärte
Sellering laut vorab verbreiteter Mitteilung. Die Konferenz steht ganz im
Zeichen der Krise. Nach Worten Sellerings ist die Situation auf den Werften, in
den Häfen und im Transportgewerbe schwierig.

Er sei zufrieden, dass der Bund die Wadan-Werften in Rostock- Warnemünde und
Wismar unter seinen Schutzschirm genommen habe. “Das Beispiel Wadan zeigt, dass
der Schirm seine Wirkung nur entfalten kann, wenn die Banken mit Verantwortung
übernehmen.” Ende Februar war den Werften die erste Tranche eines vom Bund
verbürgten 180- Millionen-Euro-Kredits ausbezahlt worden. Damit wurde die
Finanzierung von zehn Schiffsneubauten gesichert.

WADAN-WERFTEN VOR NEUEN AUFTRÄGEN

Die russischen Mehrheitseigner der Wadan-Werften hatten am Sonntag
bekanntgegeben, sie stünden in abschließenden Verhandlungen über erste neue
Aufträge für die Werften in Wismar und Warnemünde. “Wir verhandeln seit längerem
mit dem Unternehmen Norilsk Nickel über den Bau von zwei eisbrechenden Tankern
und eines Eisbrechers”, sagte der Chef des Aufsichtsrates der Wadan Yards Group,
Andrej Burlakow, der dpa. Damit würde nach mehr als einem Jahr die Zeit des
Wartens auf neue Aufträge bei den Wadan-Werften zu Ende gehen. Das
Auftragsvolumen betrage rund 350 Millionen Euro, erste vorbereitende Arbeiten
sollen noch vor dem Sommer dieses Jahres beginnen.

Im Schatten der weltweiten Krise beraten rund 1.000 Kongressteilnehmer auf
der zweitägigen Veranstaltung in Rostock über Wege aus der Krise. Die ganze
Branche, vom Schiffbau über Schifffahrt bis hin zu Zulieferern, Häfen und
Logistikern ist davon betroffen. Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Am
Montag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Rostock erwartet./mg/DP/he


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